Geständnis zu Prozessbeginn: Gerichtsvollzieher griff in die Kasse
MÜNSTER / RHEINE Ein Gerichtsvollzieher (56) aus Mesum hat sich jahrelang dreist an fremdem Geld bedient. Zu Prozessbeginn vor dem Landgericht Münster gab der Mann am Mittwoch zu, zwischen 2005 und 2009 fast 100.000 Euro veruntreut zu haben. Der 56-Jährige behauptet, er sei schwer depressiv und alkoholabhängig.
(A3386 Uli Deck (dpa))
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Urlaubsreisen
"Wir sind häufig in den Urlaub gefahren und haben uns ein neues Badezimmer gegönnt. Im Grunde kann ich mir selbst nicht erklären, wo das ganze Geld geblieben ist", sagte der Angeklagte vor der 3. Strafkammer. Als die Manipulationen 2009 aufflogen, sei er selbst überrascht gewesen, dass er einen derart hohen Schaden angerichtet hatte. "Ich neige dazu, Dinge einfach von mir wegzuschieben. Ich hatte immer vor, die Sache zu beenden, aber ich habe den Ausstieg nicht mehr geschafft", sagte der Mann.
Scheidung
Die Ehefrau des 56-Jährigen hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Scheidung eingereicht. Der Angeklagte wird bis heute therapeutisch behandelt. Zum Prozessauftakt erschien er am Mittwoch erst mit zweistündiger Verspätung. "Ich hatte den Termin verdrängt", entschuldigte er sich. Zumindest zu einer Erklärung konnte er sich dann aber sofort durchringen.
Zu Protokoll der Hauptverhandlung bat er seinen Dienstherrn "unwiderruflich und mit sofortiger Wirkung" um seine Entlassung aus dem Beamtenverhältnis. Bisher war der Mann lediglich unter Fortzahlung eines Teiles seines Gehaltes vom Dienst suspendiert.













