Mathias-Spital: Großartiges Soirée-Konzert - Entfesselt von Schuberts Fantasie
RHEINE Zu einer „Klassik-Soirée“ mit dem jungen amerikanischen Pianisten Eric Clark hatte das Mathias-Spital eingeladen. Was am Sonntag den Besuchern und Patienten bei freiem Eintritt in der dortigen Kapelle geboten wurde, war ein Klavierabend der Spitzenklasse. In der ebenso hinreißenden wie stets präzisen Darstellung war es sicherlich einer der kulturellen Höhepunkte des ganzen Jahres.
Eric Clark aus den USA bewies seine große Kunst.
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Bachs Verarbeitung des Fugenthemas in der dissonantesten Form der Nachahmung, in der Septime und None, lässt einen Schönklang der Polyphonie kaum zu und zwingt vielmehr zu linearer Weiterverfolgung der Stimmen. An Gedächtnis und Anschlagsdifferenzierung wurden hohe Anforderungen gestellt und nur schwer erschließt sich dessen Architektur dem Zuhörer. Das hier erlebte enorme Potential des jungen Pianisten versteckte sich fast es sich im Gestrüpp der großen Fuge.
Eine Darbietung ohne technische Grenzen
Umso mehr schien dann die Darbietung der folgenden „Wanderer-Fantasie“ von Franz Schubert wie entfesselt zu sein: Straff durchgezogene Tempi und rigoros angegangene Spannungsverläufe, die in der Ausführung keine technischen Grenzen zu kennen schienen, hielten die Zuhörer in Atem. Die Betonung des Virtuos-Konzertanten wurde von Clark aufs deutlichste herausgestellt, dabei Übergange elastisch abgefedert, so dass zum Eindruck des resoluten Hinlangens auch jener des rundum Stimmigen kam.
Aufhorchen ließen auch die Chopin-Wiedergaben. Im Scherzo cis-Moll op. 39 spürte er den psychologischen Abgründen des Stücks nach, schauerlich dunkel gefärbt erschienen die Choral-Abschnitte, treffsicher kamen die Oktaven-Attacken und die filigran-perlenden Kaskaden waren bei aller Dezenz von unerbittlicher Präzision.
Das Publikum feierte begeistert
Auch als Kulturbotschafter seines Kontinents wollte sich Eric Clark verstanden wissen, drei Stücke des kubanischen Komponisten (und promovierten Juristen) Alejandro Catura gefielen sehr und die Zugabe, der Finalsatz aus Samuel Barbers Sonate es-Moll wurde als rastloses Moto Perpetuo mit großem pianistischem Format im Profkofjew-Stil erlebt. Begeistert feierte das Publikum die großartigen Darbietungen.













