Theater: Heiraten ist immer ein Risiko - Überzeugende Nebendarsteller
RHEINE „Heiraten ist immer ein Risiko“ trat schon in den sechziger Jahren einen Siegeszug über die deutschsprachigen Bühnen an. Erfolgreich ist das Tourneetheater „Der grüne Wagen“ mit dieser Kriminalkomödie unterwegs. Es machte Donnerstagabend auch in der Stadthalle Halt.
»Heiraten ist immer ein Risiko«: Die Schauspieler hatten mit dem britischen Humor zu kämpfen. (Foto: Gerold Stubbe)
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Denn die Geschichte um die je sechsfachen Gatten- und Gattinnenmörder Oberst John Brocklesby und Lydia Barbent leidet unter einem teilweise eklatanten Persifliermangel: Es wird auf Deubel komm raus übertrieben, wo der schmale Grat zwischen realistischer und virtueller Angst, Höflichkeit und schmalzigem Charme ein viel diffizileres Vorgehen erforderlich gemacht hätte.
Zu dick aufgetragen
Besonders Thomas Stronx als Oberst griff häufig viel zu tief in die Kiste des Zu-dick-Auftragens, wenn er die ihm inzwischen angetraute Lydia becirct oder ihr zum siebten Mal den Garaus bereiten will.
Petra Liederer trifft als Lydia die notwendigen Zwischentöne öfter in ihrem ebenfalls ausgeprägten Bestreben, den Göttergatten ins Jenseits zu befördern. Beide beenden ihr mörderisches Leben schließlich mit und ohne Absicht im Pseudo-Grab des Kellers. Das macht die letzte dienstliche Aufklärungsarbeit von Fernsehkommissar-Bienzle Dietz-Werner Steck (Inspektor Campbell) überflüssig. Auch er kann die Karikatur eines britischen Ermittlungsbeamten nur anfänglich glaubhaft machen, endet aber letztendlich doch wieder in der Hektik des realistischen Alltags.
Eine famose Leistung mit perfekten Zwischentönen
Lediglich Butler Perkins (Robert Rigler) sowie Elli Colditz und Kerstin Raunzig als die Heimzöglinge Jennifer und Poll wandeln sicher den unsicheren Pfad des nichts hörenden und -sehenden Butlers und der entzugsgeschädigten Liebestollheit. Bei ihnen saßen die locker-flockigen Zwischentöne durchgehend perfekt. Eine famose Leistung.













