Protest der Tierschützer: Kein "Welpendiscount"
RHEINE Tierschützerin Marion Rudolphi ist entsetzt: "Hunde und Katzen gehören nicht in Zoogeschäfte. Das gibt nur Probleme."
Junge Hunde wie diese Golden-Retriever-Welpen will ein Duisburger Zoohändler künftig verkaufen. Tierschützer in Rheine befürchten einen Nachahme-Effekt bei den lokalen Händlern. (Foto: dpa )
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Die Vorsitzende der "Tierengel Rheine" befürchtet, dass der Vorstoß des Duisburger Zoohändlers Norbert Zajac, der ab dem 23. Januar in seiner Fachhandlung Hundewelpen verkaufen will, auch in der Emsstadt Nachahmer finden könnte.
Gegen die Pläne des findigen Duisburger Geschäftsmanns regt sich auch bei der Tierschutzorganisation "Animal Peace" Widerstand. Sie hat eine "Initiative gegen Welpendiscount" gestartet. Torsten Stegemann, der in Rheine eine Lokalgruppe der Tierschützer aufbaut, teilt die Bedenken von Marion Rudolphi: "Wenn man die Welpen im Tierhandel wie im Schaufenster ausstellt, werden die auch unüberlegt von Menschen gekauft, die eigentlich keinen Hund kaufen würden".
Selbstbeschränkung
Stegemann verweist auf die Selbstbeschränkung des deutschen Fachverbands der Zoohändler (ZZF), keine Hundewelpen zu verkaufen, obwohl dies gesetzlich erlaubt ist. Problem dabei: Norbert Zajac ist schon längst aus dem Verband ausgetreten.
"Junge Hunde brauchen einen festen Ansprechpartner, sonst besteht die Gefahr, dass sie verhaltensgestört werden", gibt Marion Rudolphi zu bedenken. Wie das in der von Zodiac im großen Stil geplanten Hundeanlage gewährleistet sein soll, ist der engagierten Tierschützerin schleierhaft. Rund 1000 Welpen will der geschäftstüchtige Tierhändler nach eigenen Angaben pro Jahr verkaufen. Für Rudolphi steht fest: Hunde und auch Katzen - die Zajac bereits verkauft - können in einem Geschäft nicht verhaltensgerecht untergebracht werden.
Auch die Herkunft der Hundewelpen bereitet den Rheiner Tierschützern Sorgen: "Es ist zu befürchten, dass die Hundewelpen überwiegend aus Massenzuchten stammen und verantwortungslose Züchter aus Profitgründen ihren Hundenachwuchs künftig an Zoofachgeschäfte abgeben", meint Torsten Stegemann.
Snoopys Schicksal
Wie das alles enden könnte, weiß Marion Rudolphi bereits aus eigener Erfahrung: "Am Donnerstag nach Weihnachten erreichte uns ein Anruf, dass ein 19 Monate alter Schäferhund, der als Weihnachtsgeschenk diente, wieder weg sollte. Die Tierheime sind doch bereits überfüllt."
Die Leiterin der Rheiner "Tiertafel" hat ein großes Herz für Welpen. Vor zwei Jahren nahm sie als Helferin in der Not den acht Wochen alten Jack Russell Terrier "Snoopy" auf, mit nur 400 Gramm eher ein Häuflein Elend als ein Hund. Heute tummelt sich "Snoopy" putzmunter mit zwei weiteren Hunden und den beiden Katzen "Garfield" und "Mikesch" im Haus der Rudolphis.
Skeptische Tierhändler
Auch Tierfachhändler in Rheine stehen den Plänen Zajacs eher skeptisch gegenüber. "Hundewelpen würde ich auf keinen Fall verkaufen", meint Werner Bertels vom Bendick Zookauf. "Sobald die Welpen im Laden ausgestellt sind, gibt es doch Spontankäufe. Die armen Tiere", meint der Fachhändler. Man müsse sich auch fragen, wie die Hundewelpen betreut werden, beispielsweise am Wochenende.
Branche leidet darunter
Für Bertels steht bereits vor dem Verkaufsbeginn in Duisburg fest: "Das ganze Image unserer Branche leidet darunter."
Das sieht Patrick Helfer, Leiter beim "Fressnapf", ähnlich. "Meine persönliche Einstellung ist, dass man keine Welpen aus Massenzuchten verkaufen sollte. Es sollte immer ein Züchter dahinter stehen, an den man sich als Käufer bei Problemen mit dem Tier persönlich wenden kann. Hunde gehören nicht in den Zoohandel, das ist auch die Meinung unserer Zentrale."













