Neue Genehmigung beantragt: Müllverbrennung will gefährliche Stoffe verbrennen
RHEINE/SALZBERGEN. Die Betreiberin der Müllverbrennungsanlage in Salzbergen, nur einen Steinwurf von Rheine entfernt, will in der Anlage demnächst auch gefährliche Stoffe verbrennen. Dies beantragte das Unternehmen SRS Ecotherm nach Informationen unserer Zeitung jetzt bei der zuständigen Genehmigungsbehörde.
Die Müllverbrennungsanlage in Salzbergen arbeitet nur wenige Kilometer nordwestlich von Rheines Stadtgrenze entfernt. Sie ging vor sechs Jahren in Betrieb. (Foto Dieter Huge sive Huwe)
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Das staatliche Gewerbeaufsichtsamt in Oldenburg ist diese Behörde. Bei ihr ging am 21. Juli der Antrag ein, die bisher genehmigten Abfallklassen, die für die thermische Verbrennung in der Anlage erlaubt sind, um drei weitere zu ergänzen.
Diese neuen Klassen sind:
► Aufsaug- und Filtermaterialien (einschließlich Ölfilter), Wischtücher und Schutzkleidung, die durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind Verpackungen, die Rückstände gefährlicher Stoffe enthalten oder durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind und Glas, Kunststoff und Holz, die gefährliche Stoffe enthalten oder durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind.
Besonders überwachungsbedürftig
Alle drei Schadstoffklassen werden als "besonders überwachungsbedürftig" eingestuft.
Nach Angaben von Berthold Greten, der in der Oldenburger Behörde das Genehmigungsverfahren betreut, sei mit "keinen erheblichen Auswirkungen" durch die neuen Stoffe zu rechnen. Jährlich 4500 Tonnen dieser drei Stoffklassen sollen maximal verbrannt werden, 120 000 Tonnen ist die genehmigte Kapazität der Anlage insgesamt.
BI: Belastung wird zunehmen
Anders sieht das die "Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung in Salzbergen eV.". Deren Vorsitzender Winfried Furch erklärte auf Anfrage, dass auch in dem Fall, dass die Grenzwerte eingehalten würden, die Belastung durch zusätzlich verbrannte Stoffe zunehmen werde.
Laut Gewerbeaufsichtsamt habe die Betreiberin SRS Ecotherm beantragt, das Genehmigungsverfahren in einem vereinfachten Verfahren, ohne Offenlagen und Erörterungstermine durchzuführen. "Jeder, der die Unterlagen einsehen will, kann dies aber bei der Gemeinde oder bei uns im Gewerbeaufsichtsamt machen", erläuterte Berthold Greten.
Der Gemeinderat von Salzbergen wird sich in seiner nächsten Sitzung am 2. September mit dem Thema beschäftigen.













