Feuerwehrtaucher: Nichts für Einzelkämpfer
RHEINE "Diesen Job kann nicht jeder machen", sagt Stefan Beermann, ächzt unter den 32 Kilo der Pressluftflaschen und springt schwitzend ins vier Meter tiefe Becken des Rheiner Freibads. Er ist hier nicht zum Spaß - er ist Rettungstaucher und trainiert hier.
Stefan Beermann erläutert noch einmal die Tauchübung. (Foto Karin Kühling)
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Fit und psychisch stabil
„Wichtig für einen Feuerwehrtaucher sind vor allem die körperliche Fitness, aber auch die psychische Stabilität“, meint Lehrtaucher Mirco Lammers. Er, Beermann und noch zwei weitere Ausbilder bilden derzeit 13 Anwärter aus dem gesamten Kreis Steinfurt zum Rettungstaucher aus. „Den theoretischen Teil haben die Jungs jetzt hinter sich und nun haben wir mit der Praxis begonnen“, lacht der Gronauer Tauchstaffelleiter.
Fotostrecke Rettungstaucher im Freibad
Dass sich die nicht immer als leicht gestaltet, kann man kurz darauf schon beim Anziehen des Taucheranzugs sehen. Ohne Hilfe der Kollegen klappt es kaum.Keine Aufgabe für Einzelkämpfer
Aber auch um die Harmonie zwischen den Tauchern geht es an diesem Tag. Denn obwohl oft nur einer von ihnen allein unter Wasser arbeitet, ist das Feuerwehrtauchen keine Aufgabe für Einzelkämpfer. „Unsere Taucher sind immer zu viert und müssen dabei gut harmonieren“, sagt Lammers. Wenn etwa ein Gegenstand oder ein Körper auf dem Grund eines Gewässers gefunden werden soll, taucht der eine danach und der andere steuert die Suche von außen. Als Signalmann hält er den Taucher an der Leine und lenkt ihn vom Ufer aus in Halbkreisen über den gesamten Grund des Gewässers.
„Das Tauchen in der Ems oder im Kanal ist nicht mit dem Schnorcheln in der Karibik zu vergleichen“, sagt Lammers. Das schlammige Wasser verhindere fast immer den Durchblick.
Auf den Tastsinn angewiesen
„Der Taucher hat nur seinen Tastsinn. Durch die Handschuhe muss er fühlen. Und durch die Leine weiß er, wo sein Signalmann steht, auf den er sich blind verlassen muss. Falls dem Taucher selbst einmal etwas passiert, ist die Leine seine Lebensversicherung: Der dritte Mann geht dann ins Wasser, um den ersten zu retten und der Taucheinsatzleiter überwacht das Ganze“, berichtet der vierfache Vater.
„Sobald wir im Kanal waren, wissen die Jungs schon nach wenigen Tagen realistisch einzuschätzen, wie ihr Job nach der Prüfung aussehen wird: Im Sommer heiß, im Winter kalt aber auf alle Fälle immer dreckig und nass“, fügt Stefan Beermann, der inzwischen wieder aus dem Becken aufgetaucht ist, lachend hinzu. Das Wasser sprudelt, als einer der Auszubildenden versucht, an die Oberfläche zu gelangen. Ruckzuck ist Beermann wieder im Becken und hilft dem Taucheranwärter an die Oberfläche.
Für seine Zukunft wünscht sich Lammers möglichst wenige Einsätze, denn er weiß: „Wenn die Taucher Menschen suchen müssen, ist oft alles zu spät.“
















