Tankstellenüberfälle: Raubserie: Prozess wird zum Puzzlespiel
MÜNSTER/RHEINE Der Prozess gegen einen 33-jährigen Mann aus Rheine wird immer mehr zum Puzzlespiel. Der Mann soll mehrere Tankstellen überfallen haben. Jetzt hat ein Gutachter Bilder der Überwachungskamera ausgewertet - doch das hat keine absolute Sicherheit gebracht.
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Vor dem Landgericht Münster verglich ein Gutachter des Landeskriminalamtes (LKA) am Mittwoch die Bilder von Überwachungskameras mit Kleidungsstücken, die beim Angeklagten sichergestellt worden sind. Ergebnis: Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit stimmen Jacken und Handschuhe überein.
Aufgenähte Taschen, auffällige Falten, Farben und Wülste: Nach Ansicht des Sachverständigen deutet vieles darauf hin, dass die Jacken des Angeklagten auch auf den Überwachungskameras zu sehen sind. Von absoluter Sicherheit wollte er allerdings nicht sprechen. Dazu sei das Bildmaterial einfach zu schlecht – trotz Nachbearbeitung.
Sticker könnte zum Verhängnis werden
Ob seine Aussage für eine Verurteilung ausreichen wird, bleibt abzuwarten. Der Angeklagte selbst hat die Vorwürfe (es geht um drei Tankstellenüberfälle in Januar und Februar 2010) zum Prozessauftakt bestritten. Zum Verhängnis könnte ihm aber möglicherweise ein Sticker auf einer der sichergestellten Winterjacken werden.
Der LKA-Experte hält es für möglich, dass der Aufnäher nachträglich angebracht worden ist. Damit würde er zu einem absolut individuellen Merkmal. Auch Staatsanwalt Carsten Dombert ist sich sicher: Dieser Sticker wurde wegen der flüchtigen Naht nicht vom Hersteller (C&A) aufgebracht. Der Angeklagte beteuerte dagegen: „Ich habe die Jacke genau so gekauft – und zwar im Geschäft.“ Möglicherweise müssen nun weitergehende Recherchen bei C&A angestellt werden. Der Prozess wird fortgesetzt.













