Helfer für Brasilien: Pater Beda feiert an Heiligabend seinen 75. Geburtstag
SCHWERTE Ein bisschen darf er sich wie ein Christkind fühlen. Licht ins Leben der Ärmsten in Brasilien bringt Pater Beda, der am Heiligen Abend seinen 75. Geburtstag „hat“, nicht feiert. Auf den feinen Unterschied legt der Franziskaner großen Wert.
Pater Beda sammelt regelmäßig Altpapier für Hilfsprojekte in Brasilien. (Foto: Reinhard Schmitz)
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„Als Kind wurde nicht Geburtstag gefeiert“, vermisste Linus Vickermann – wie er damals noch gerufen wurde – von kleinauf eigentlich weder Torte noch Geschenke. Am 24. Dezember 1934 war er auf dem bescheidenen Pachthof seiner Eltern in Opherdicke zur Welt gekommen. Die Nummer zwei von sieben Geschwistern – zwischen dem großen Bruder Bernhard und dem zehn Jahre jüngeren Eberhard, der heute die Altpapiersammlung für Pater Beda in Schwerte organisiert.
Effektive Projekte aufgebaut
Mittlerweile packen Aktionskreise in 64 Kommunen mit an, quer durch Nord- und Westdeutschland. „In besten Zeiten haben wir über 17.000 Tonnen Papier im Jahr gesammelt“, berichtet Pater Beda. Mit zunehmender Konkurrenz durch die Blauen Tonnen gewinnen direkte Partnerschaften mit Schulen, Pfarrgemeinden und Dritte-Welt-Gruppen an Bedeutung.
„Es kommt nicht darauf an, wieviel Geld man gibt, sondern wer es bekommt“, hat Pater Beda in Nordost-Brasilien effektive Projekte aufgebaut. Sie kämpfen für die Menschenrecht, die Würde der Frau oder die Landpastoral ein. Mittlerweile wurden 26 Dörfer gegründet, in denen Bauern ein Stück Acker zur Selbstversorgung erhielten, damit sie nicht als Landlose in die Favelas der Großstädte ziehen müssen. Eines dieser Dörfer der Hoffnung heißt „Pater Beda“.
Kampf gegen Armut und Elend
„Als ich nach Brasilien kam, gab es diese Elendsviertel noch nicht“, berichtet der Franziskaner, der schon als kleiner Messdiener von der Aussendung als Missionar träumte. 1956 erfüllte ihm sein Orden den Wunsch und schickte ihn nach Lateinamerika. Vor Ort studierte er Theologie und Philosophie, aber noch aus europäischer Sicht, die im Jahre 1964 sogar die Militärdiktatur wegen „Recht und Ordnung“ begrüßte.
Als Sprachrohr der geschundenen Menschen fordert der Franziskaner immer mehr die Zusammenarbeit mit den Stadtverwaltungen ein. „Wir betteln nicht für Almosen, sondern für die Zukunft“, kämpft er gegen Armut, Elend und soziale Ungerechtigkeit. Wichtig sei, dieselbe Sprache wie das Volk zu sprechen.
























