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Medienhaus Lensing
07.08.2010 06:44 Uhr
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Fest im Fürstenhaus: Am Tag der Diamantenen - eine Rückschau mit dem Jubelpaar

BURGSTEINFURT 60 Jahre Ehegemeinschaft - eine kleine Ewigkeit und natürlich ein Anlass zu feiern. Für Christian Fürst zu Bentheim und Steinfurt wie seine Frau Fürstin Sylvia ein Tag des Dankes und der Rückschau.Von Günther Hilgemann

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Christian Fürst zu Bentheim und Steinfurt und seine Frau Fürstin Sylvia feiern das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit. Vorher sprachen wir mit ihnen über den langen gemeinsamen Lebensweg. (Foto: Günther Hilgemann)

Dank wird das Jubelpaar am heutigen Samstag in einem Gottesdienst aussprechen. Superintendent Joachim Anicker wird in der Schlosskapelle die Andacht halten, Kantorin Simone Schnaars und Prinzessin Margot zu Bentheim und Steinfurt übernehmen die musikalische Begleitung. Dem Gottesdienst schließt sich ein Empfang mit 40 geladenen Gästen aus dem engsten Familienkreis und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an.

Als die junge Gräfin nach England ging

Die Erinnerung an die Zeit vor mehr als 60 Jahren ist bei beiden Brautleuten noch hellwach. Richtig kennen lernte sich das Fürstenpaar, als die junge Gräfin Sylvia von Pückler 1948 nach einem Aupair-Jahr in England auf der Rückreise nach Arolsen einen Zwischenstopp in Burgsteinfurt einlegte.

Erbprinz Christian musste die junge Gräfin und deren Begleiterin mit dem Dienst-DKW in Rheine vom Bahnhof abholen. Zuvor war sich das Paar, das verwandtschaftliche Beziehungen mit der Dynastie der Grafen von Waldeck und Pyrmont hat, bereits einmal im Schloss Arolsen über den Weg gelaufen.

"Da hat er mich noch keines Blickes gewürdigt"

„Da hat er mich noch keines Blickes gewürdigt“, erzählt die Fürstin. Nach dem erneuten Treffen in Burgsteinfurt erkannte das Paar die gegenseitige Zuneigung. Als Erbprinz Christian in Hann-Münden Forstwirtschaft studierte, verbrachte das Paar gemeinsame Wochenenden im Schloss Arolsen. Über den damaligen Heiratsantrag während eines Spaziergangs verliert der Fürst nicht viele Worte: „Gefragt und fertig.“ Der zukünftige Schwiegervater Graf Pückler war einverstanden.

Die Hochzeitsvorbereitungen auf Schloss Steinfurt lagen in den Händen der Stiefmutter Fürstin Rosa Helene. Onkel Karl, Bruder des Fürsten, stellte die Gästeliste zusammen. Vor der kirchlichen Trauung in der Großen Kirche hatte der städtische Standesbeamte Gerhard Pusch dem Paar im Schloss das amtliche „Ja“ abgenommen.

Einschneidendes Erlebnis


An die holländischen Fotografen der Hochzeit hat das Fürstenpaar keine guten Erinnerungen. „Da wollte doch einer die Braut beim Anziehen des Hochzeitskleides fotografieren!“

Bis 1961 lebte das junge Paar auf Schloss Bentheim. Zwei Töchter Caroline und Alexa wurden groß gezogen. Als besonders einschneidendes Erlebnis ist dem Fürstenpaar der 10. September 1961 in Erinnerung geblieben. Damals sollte der Fürst drei Monate nach dem Tod seines Vaters nach Amerika fliegen, um neueste landwirtschaftliche Techniken zu besichtigen.

Der Flieger stürzte ins Meer

„Wir hatten zu der Zeit wöchentliche Bibelabende in Bentheim. 14 Tage vor dem Flug bekam ich durch ein Bibelwort einen merkwürdigen Hinweis. Ich war verunsichert und habe die Reise abgesagt. Die Maschine, mit der ich fliegen sollte, ist vor Irland ins Meer gestürzt. Über 100 Tote.“

Für den passionierten Piloten Fürst Christian aber kein Grund, seine Fliegerkluft an den Nagel zu hängen. Seine Frau dagegen will vom Fliegen nichts mehr wissen.

Seit 1993 tritt das Paar etwas kürzer

„Zweimal bin ich mit meinem Mann in der Sportmaschine geflogen. Auf dem Rückflug von Langeoog machte der Motor plötzlich plupp, plupp und ging aus. Mein Mann hat kräftig einen Pumphebel betätigt. Wir haben’s noch bis zum Flugplatz geschafft. Seitdem ist Schluss mit Fliegen.“

Seit 1993 kann das Fürstenpaar etwas kürzer treten. Der Bruder Prinz Reinhard übernahm die Geschäftsführung für das Unternehmen Bentheim-Steinfurt. Seit 2005 ist Erbprinz Ferdinand ganz offiziell geschäftsführendes Familienmitglied.

Wonach man die Fürstin nicht fragen sollte

Die Frage nach Wünschen und Wohlbefinden beantwortet die Fürstin lachend: „In unserem Alter sollte man keinen mehr danach fragen.“



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