Wunschliste 2010: Bürgerhaushalt geht in die fünfte Runde
STEINFURT Der vierte Bürgerhaushalt war noch einfacher: Mehr als vier Millionen Euro galt es damals aufzuteilen. „Das ist dieses Mal anders“, sagt Bürgermeister Andreas Hoge. Am 17. Februar geht es vor allem um die Frage, wo eingespart werden kann.
Steinfurts Bürgermeister Andreas Hoge. (Foto: Archiv)
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„Zuletzt hatten wir 6,3 Millionen Euro zu wenig in der Kasse, jetzt sind es 7 Millionen.“ Und in den nächsten zwei Jahren werde kein Plus vor den Zahlen stehen, vermutet Hoge. „Wir müssen uns fragen, welche freiwilligen Leistungen wir uns noch erlauben wollen.“ Damit spielt Hoge auf die Schwimm-/Freibäder an, die Musikschule und Geld, das den Vereinen zufließt.
„Deine Stadt, Dein Geld“
Aufgabe sei: dem Defizit entgegenwirken. Und das nach dem Motto „Deine Stadt, Dein Geld“. Kämmerin Heike Melchers sagt: „Dafür ist ja der Bürgerhaushalt gedacht – damit die Bürger sagen, was mit ihrem Geld am besten geschehen sollte.“ Das zweite „aktuelle“ Thema sind die Investitionen. „Wir haben natürlich eine Wunschliste“, sagt Hoge.
Darunter etwa seien der Anbau an der Dumter Schule für den offenen Ganztag, der 120.000 Euro koste. Auch hat die Verwaltung 20.000 Euro veranschlagt für die Planungskosten zum Umbau des alten oder zum Neubau eines neuen Feuerwehrgerätehauses. „Bevor wir über Renovieren oder Bauen entscheiden, brauchen wir ein Gutachten. Wenn wir nicht wissen, was besser ist, können wir nicht entscheiden.“
Gibt es bald keine acht Grundschulen mehr?
„Diesen Sommer werden 354 i-Männchen eingeschult. Im Jahr 2015/2016 sind es nur noch 267.“ Aber, so fragt Hoge sich selbst und die Bürger: „Nach welchen Kriterien sollen wir entscheiden, welche Schule geschlossen wird?“ Die gewichtigsten Argumente, meint Hoge, sind eine moderne Ausstattung gegenüber „guten Lehrern“. Keine einfache Wahl, denn.
Neue Ausschreibung der Müllabfuhr
„Nicht die modernsten Schulen werden auch am meisten frequentiert. Zum Beispiel die Regenbogenschule.“ Nicht zuletzt müsse rechtzeitig diskutiert werden, was mit den Gebäuden nach Schulbetrieb passieren soll. Um die Müllbeseitigung muss ebenfalls schon jetzt beraten werden. In drei Jahren werde die Müllabfuhr neu ausgeschrieben.
Wie ausgeschrieben werde und ob möglicherweise mit anderen Kommunen zusammen, „müssen wir wissen: Belasten wir die Allgemeinheit mehr mit einem höheren Grundbetrag? Oder soll der einzelne mehr bezahlen, wenn er Sperrmüll abholen lässt oder zum Wertstoffhof fährt?“, fragt Melchers.
Tatsächliche Kosten
Zurzeit müsse der Einzelne beim Wertstoffhof in Borghorst 2,50 Euro bis 7,50 Euro zahlen. „Aber tatsächlich kostet es 15 bis 20 Euro“, sagt Kämmerin Heike Melchers. Ähnlich verhalte es sich beim Sperrmüll, bei dem die Gebühren ebenfalls „deutlich höher liegen müssten“. Die Frage, was fair ist und was nicht, könne und solle nur mit Bürgern diskutiert werden.
- Bisher haben sich 50 Bürger zum Bürgerhaushalt am 17. Februar um 19 Uhr angemeldet. Weitere Interessierte werden gebeten, sich anzumelden bei Heike Melchers, Tel. (0 25 52) 92 51 32, oder bei Andreas Meyer, Tel. (0 25 52) 92 51 33. Wer spontan teilnehmen möchte, darf auch ohne Anmeldung erscheinen.















