Landesjugendorchester NRW im Arnoldinum: Der amerikanische Traum
STEINFURT Am Montag wurde den Musikliebhabern in der Aula des Arnoldinums ein besonderer Hochgenuss geboten. Im vollbesetzten Saal gab es einen "amerikanischen Traum" - im wahrsten Sinne des Wortes traumhaft.
(Engels)
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Das Landesjugendorchester NRW spielte bei vollem Haus auf dem zu erwarteten ganz hohen Niveau. Es ist das Aushängeschild NRWs, wenn es um Präsentation und Förderung des musikalischen Nachwuchses geht. Seit seiner Gründung vor 49 Jahren vereint es hochtalentierte junge Musiker. Hier machen sie Konzerterfahrungen, die prägend für ihre ganze künstlerische Entwicklung sind. Mit dem Dirigenten Thomas Wise erlebten die Zuhörer einen versierten Kenner der amerikanischen Musik.
Perfektion am Pult
Er hat seine Ausbildung in seiner Heimatstadt Michigan und an der weltberühmten New Yorker Julliard School erhalten, den "letzten" Schliff bei so berühmten Pianisten wie Aloys Kontarsky und Peter Feuchtwanger. Mit Akribie und unheimlicher Detailgenauigkeit hat er das Orchester vorbereitet, seinem Ohr entgeht wohl nichts. Sympathisch und loyal im Kontakt mit den jungen Musikern, ernsthaft und konzentriert, sobald der erste Ton erklungen war - Thomas Wise war einfach der perfekte Mann am Pult.
Mit welcher Lebendigkeit sich das Ensemble in die "Cuban Overture" von George Gershwin stürzte, riss die Zuhörer sofort mit. Bei diesem ursprünglich als Rumba konzipiertes Werk, entstanden als Ergebnis eines Urlaubs in Havanna, hat Gerswhin all das einfließen lassen, was ihn an der kubanischen Musik fasziniert hat. Raffiniert und mit Esprit erklang dieses 1932 von dem damaligen Hit "Echale Salsita" geprägte Werk. Das hohe Niveau dieser Interpretation zeigte sich auch daran, dass selbst kleinste Spielanweisungen wie die Platzierung einer Rhythmusgruppe vor dem Dirigentenpult beachtet wurden.
Beindruckendes Solo
Aus den insgesamt drei "Essays for Orchestra" von Samuel Barber spielte das Orchester die Nr. 1 aus dem Jahre 1937 und die Nr. 3 aus 1978. Welche Verfeinerung seiner Musiksprache Samuel Barber in diesen 4 Jahrzehnten erlang hat, wurde bei dem facettenreichen Spiel des Orchesters transparent. Fast neoromantisch angelegt erklang die Musik mit einem ganz weichen Klang. Als Solistin spielte die Klarinettistin Bettina Aust das sehr ausdrucksstarke "Konzert für Klarinette und Orchester" von Aaron Copland. Angeregt durch seine Kompositionsstudien in Paris bei Nadia Boulanger hat Copland seine amerikanischen Wurzeln in sein Schaffen einfließen lassen.
Dies war beim Spiel von Bettina Aust spürbar, die jazzigen und auch folkloristischen Elemente rissen mit. Die Verbindung von melodischen und rhythmischen Charakteristika konnte sie exquisit herausarbeiten. Nach der Pause ging es musikalisch über den großen Teich, hörte man mit "Give and Take" die europäische Verarbeitung amerikanischer Musik.
Bis in die kleinste Klangschattierung wurde hier wunderbar musiziert, Dissonanzen rieben sich mit der dem Werk adäquaten Intensität. Filigrane Spielweise begeisterte bei dieser innovativen Musik, eröffnete ganz neue Horizonte.
Klangmalerische Weisen gab es beim letzten Werk, der "Grand Canyon Suite" von Ferde Grofé. Hier konnte man sich die einzelnen Stationen einer Wanderung durch das Wüsten- und Bergland bei dieser eindrucksvoll gespielten Musik ganz klar und deutlich vorstellen.















