Grundschul-Erinnerung: Ein Hamster kreist um Fräulein K.
STEINFURT "Meine Einschulung? Die ist doch schon über 50 Jahre her." Gabriele Daldrup, Leiterin der Heinrich-Neuy-Schule, kramt: Ihr Zeugnisheft kommt auf den Tisch, das Foto mit den Schultüten und einige Erinnerungen.
Das lohnte sich: Gabriele Daldrup an ihrem ersten Schultag am 21. April 1960. (Foto: privat)
Begleitet von meinen Eltern und meiner Patentante ging es im schönen Kleidchen zur Schule. Im Klassenraum nahm zunächst jeder einen Platz ein – ich denke, die Lehrerin hat die Sitzordnung im Nachhinein noch korrigiert. Als der Schultag vorbei war, gab es endlich die Schultüte, genauer gesagt: bei mir waren es drei, jeder wollte mir zum 1. Schultag gratulieren.
Artig, aufmerksam und fleißig
Am Ende des 1. Schuljahres gab es ein Textzeugnis: ,Gabriele ist artig, aufmerksam und fleißig. Ihre Hausaufgaben waren stets gewissenhaft angefertigt. Ihre Leistungen waren recht gut.‘ Unseren Unterricht hatten wir überwiegend bei zwei Lehrerinnen. In der Erinnerung hatte ich immer eine schöne Grundschulzeit. Eine Begebenheit hat sich in meinem Gedächtnis verankert: Morgens wurde immer erst gebetet. Eines Tages hatte ein Mitschüler einen Hamster mitgebracht. Wohin mit dem Tier während des Gebetes?
Unsere Lehrerin hatte damals einen Pullover mit einem langen, engen Strickbund an. Ohne lange zu überlegen, steckte sie sich das Tier unter ihren Pullover. So lief der Hamster während des Morgengebetes auf der Pullover-Rennstrecke rund um Fräulein K. Als ich Jahrzehnte später noch einmal Kontakt zu dieser Lehrerin hatte, konnte auch sie sich an dieses Ereignis erinnern – bedeutende Dinge bleiben eben ,hängen‘.















