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Eingekuschelt und getragen
Immer häufiger werden Hebammen von jungen Eltern gefragt, was es denn mit dieser "altmodischen" Wickelmethode - dem sogenannten Pucken - überhaupt auf sich hat. Dem einen oder anderen ist vielleicht das Bild von einem eng in Tüchern eingewickelten Säugling aus Büchern über fremde Kulturen bekannt.
Bilder:
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Babys brauchen Nähe und Geborgenheit. sxc.hu |
Pucken kann man mit Tüchern, in denen das Kind eingewickelt wird, oder mit einem Pucksack. "Pucksack" werden auch schlafsackähnliche, kuschelige Beutel mit einem Bündchen genannt, die dem Säugling bis unter die Arme gezogen werden. Das Kind fühlt sich im Pucksack geborgen, weil es beim Strampeln mit den Füßen gegen die Hülle des Pucksacks stößt und so an die vertraute Enge im Mutterleib erinnert wird. Außerdem erleichtert der Pucksack auch das Windelwechseln. "Ein Pucksack ist einfach bequemer, weil die Eltern nach dem Wickeln schnell das Säckchen wieder drüber ziehen können", findet die Münsteraner Hebamme Anne Bode.
"Das ist aber genau genommen nicht das richtige Pucken", erklärt sie. Beim ursprünglichen Pucken wird das Kind nämlich so stramm gewickelt, dass die Arme eng am Körper anliegen. Neben dem Pucksack, der sich wie eine Strampelhöhle um das Kind schließt, gibt es seit einiger Zeit auch noch eine andere Art von Pucksack. Diese werden dem Säugling nicht nur über die Beine gezogen, mit ihnen lassen sich auch die Arme des Kindes einwickeln, so dass sich diese nicht mehr frei bewegen können.
Wird ein Baby richtig eingepuckt, so spürt es eine Enge, die ihm Geborgenheit vermittelt und beruhigend wirkt. Darüber hinaus kann das Kind nachts z.B. durch den so genannten Moro-Reflex ausgelösten Bewegungen der Arme geweckt werden. Das Kind schläft in der Regel besser und wacht auch nicht so oft auf. Es hat sich bereits gezeigt, dass auch Babys, die viel schreien, durch diese alte Wickeltechnik viel ruhiger werden. Das Pucken scheint also ein wahrer Segen zu sein für Eltern, die nicht mehr wissen wie es ist, ihr Baby in seinem Bettchen friedlich schlummern zu sehen.
Hoffnungsvoll wollen die jungen Eltern nun die Wickelmethode bei ihrem Nachwuchs ausprobieren. Aber womit sollte gepuckt werden? "Da kann man verschiedene Materialien nehmen. Am besten eignet sich Baumwolle oder Molton", erläutert Anne Bode. "Das Baby sollte aber maximal bis zum 6. Lebensmonat gepuckt werden und auch dann nur nachts", erklärt die Hebamme. Ab dem 6. Lebensmonat besteht nämlich die Gefahr, dass sich das eingepuckte Kind auf den Bauch drehen könnte und dann von alleine nicht mehr zurück kommt. Und die Bauchlage vergrößert das Risiko eines plötzlichen Kindstods. Eltern, die sich für das Pucken interessieren, sollten daher ihre Hebamme darauf ansprechen, denn es ist wichtig, die richtige Methode zu erlernen.
Obwohl das Pucken dem Kind Enge und Geborgenheit vermittelt, kann es natürlich trotzdem nicht die körperliche Nähe zu den Eltern ersetzen. Wird ein Säugling hingegen mit einem Tragetuch am Körper gehalten, so stillt dies sein Bedürfnis nach Körpernähe. Auch für den Tragenden haben diese Tragetücher einen Vorteil, denn man ist mobiler als beispielsweise mit einem Kinderwagen. Mit einem Tragetuch ist man die Treppen zum Bahnsteig schnell nach oben gesprintet, kann den Zug mit einem Schritt betreten und selbst Hausarbeiten lassen sich noch verrichten. Da sich jedoch der Schwerpunkt verlagert, kann es am Anfang schwierig sein sich z.B. zu bücken. Aber mit etwas Übung sollten sich auch diese Schwierigkeiten meistern lassen. Bode selbst findet Tragetücher "natürlicher und bequemer", aber sie sagt auch, dass manche Eltern ganz einfach andere Tragehilfen lieber mögen.
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Viele Babys kommen beim Tragen zur Ruhe ... sxc.hu |
Letztlich tickt aber jedes Kind anders und was den einen erfreut und ihm gut tut, muss für ein anderes Kind noch lange nicht die Lösung sein. Am Ende können Eltern nur alles langsam und vorsichtig ausprobieren und dann auf ihr Bauchgefühl hören. Sie kennen ihr Baby am besten und merken, was ihm gut tut und was nicht.
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