Schützenwesen: Elmar Stegemann erringt die Stadtkaiserwürde
STEINFURT "Es ist schwer, jetzt einen klaren Gedanken zu fassen. Es ist ein großartiges Ereignis. Ich freue mich, dass es gelungen ist, den Stadtkaiser nach Borghorst zu holen", sagte Elmar Stegemann spontan. Am Samstag entschied er das große Stadtkaiserschießen aller Burgsteinfurter und Borghorster Schützenvereine mit dem 219. Schuss für sich.
Frenetischer Jubel: Der neue Stadtkaiser Elmar Stegemann auf den Schultern der Schützenbrüder. (Foto: Rainer Nix)
Der neue Stadtkaiser ist Mitglied der Wilmsberger Schützengesellschaft im Stadtteil Borghorst. Zur Kaiserin erkor er Angelika Kerkering.
Am Samstagmorgen wurde die Burgsteinfurter Innenstadt zum Zentrum des Steinfurter Schützenwesens. Sämtliche 15 Vereine traten auf dem Marktplatz an, um zwecks Kranzniederlegung am Ehrenmal ins Bagno zu marschieren. Die Sonne ließ sich zwischen den Wolken sehen und tauchte die Stadt in ein gleißendes Licht.
1000 Schützen undMusiker im Umzug
Zahlreiche Musik- und Spielmannszüge bereicherten die Szene. Insgesamt marschierten rund 1000 Schützen und Musiker los. Gespielt wurden nicht nur die traditionellen Märsche, sondern auch modernere Klänge wie "Yellow Submarine" von den legendären Beatles. In einer Kutsche flanierten Josef und Gerda Westhues durch die Straßen, nicht ohne ihr Volk ein letztes Mal huldvoll zu grüßen. Mit in der Kutsche saß "Gambrinus", Schutzpatron der Bierbrauer in der Person von Fritz Preußners. Er wartete schon ungeduldig darauf, den Rolinck-Brunnen auf dem Bagnodreieck zu eröffnen.
Dicke Regentropfen
Um 14 Uhr war es so weit. "Gambrinus" hatte gerade den ersten Schluck des kühlen blonden Gerstensaftes heruntergespült, als dicke Regentropfen fielen. Flugs retteten sich die Schützen ins Festzelt oder unter die Sonnenschirme. Glücklicherweise war das nur ein Intermezzo, langsam ließ sich die Sonne wieder sehen und die Schützen legten auf den Vogel an. Nach den Ehrenschüssen wurde es ernst. Das hölzerne "Federvieh" erwies sich als ungemein zäh. Schießmeister Werner Blanke musste das Gewehr insgesamt 219 Mal laden, bevor die letzten Reste des Vogels von der Stange fielen.
Ernsthafte Bewerber herausgefiltert
Um 16 Uhr zogen sich Josef Naber, der Vorsitzende der Vereinigten Schützen Borghorst Alfred Voges und die Schützen ins Bagno-Restaurant zurück, um die "ernsthaften Bewerber" um den Stadtkaisertitel herauszufiltern. Klaus Niehus und Heinrich Lünnemann von den Friedhöfer Schützen Burgsteinfurt sowie Andreas Krüler und Elmar Stegemann von den Wilmsbergern Borghorst fochten im Finale um den Thron. Mehrfach schrie das Publikum auf, weil das letzte Stück des Vogels fast, aber eben nur fast, gefallen wäre. "Spannender geht nicht", waren sich alle einig. Elmar Stegemann musste viele Hände schütteln und war sichtlich bewegt, als er um 17.34 Uhr den entscheidenden Schuß abgefeuert hatte. Als Stadtkaiserin steht ihm Angelika Kerkering zur Seite.
Dank an das alte Regentenpaar
Stadtoberst Frank Bocker dankte dem "alten" Kaiserpaar Josef und Gerda Westhues für die fünf Jahre tadelloser Regentschaft und reichte die Kaiserkette feierlich an Stegemann weiter. "Wir müssen erst einmal realisieren, was da heute Nachmittag passiert ist", sagte dieser. Der Kaiserball zu Ehren des neuen Stadtkaiserpaares mit Musik der Band "Flame" ließ den Tag ausklingen. Am Sonntag schlossen sich ein Gottesdienst, ein Frühschoppen und ein bunter Familientag an. Mehr über das Stadtkaiserschießen lesen Sie auf unserer Panoramaseite.


















