Parkhotel-Projekt: Es ist Bewegung drin
STEINFURT "La Vida hat sich ordentlich bewegt." Auf diesen kurzen Nenner bringt Geschäftsführer Wilfried Bösch den aktuellen Planungsstand einer Service-Wohnanlage im ehemaligen Parkhotel: Eine Wohneinheit wurde gestrichen, der Baukörper aufgelockert und die Anzahl der Stellplätze aufgestockt. Ob das aber für eine politische Mehrheit reicht, sei auch nach den Gesprächen mit den Fraktionen noch nicht klar.
Die Fassade wurde stärker gegliedert und aufgelockert.
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Klar ist nur, das unterstreicht auch Bösch-Kollege Michael Heilen, dass mit den jetzt gemachten Korrekturen (siehe unten) für La Vida die Sache "ausgereizt" sei.
Heißt: Sollte man auch mit dem "neuen" Plan scheitern, werde die Immobilie vermarktet. Michael Daldrop, Rechtsanwalt und Notar, der die Immobilienverwaltungsgesellschaft vertritt, betont aber, dass man nach den Gesprächen mit der Politik, an denen alle Fraktionen mit Ausnahme der GAL teilgenommen hatten, der Meinung sei, dass der Antrag auf Änderung des Bebauungsplans "durchaus Chancen habe".
Dieser liegt seit drei Tagen der Verwaltung vor und würde - bei Zustimmung im Rat - das bisherige "Kern-Gebiet" dann als "Misch-Gebiet" ausweisen.
Erste Etappe
Für La Vida die erste Etappe auf dem Weg zur Realisierung ihres Konzeptes, da in einem Kerngebiet im Erdgeschoss nur eine geschäftliche Nutzung erlaubt ist und keine Möglichkeit wäre, dort Service-Wohnungen unterzubringen. Auch nach einer B-Planänderung wäre das Verfahren allerdings nicht beendet.
Schon jetzt zeichnet sich daher ab, dass selbst im positivsten Fall mit einem Baubeginn in diesem Jahr kaum zu rechnen ist. Für die La-Vida-Gruppe auch deshalb höchst bedauerlich: "Die Wohnungen sind im Grunde schon praktisch verkauft, wir haben bereits eine lange Liste, und wöchentlich melden sich neue Interessenten", sagt Michael Heilen.
Frost-Schäden in der Villa
Außerdem werden in der Parkhotel-Villa schon Schäden des Leerstands sichtbar. Heilen: "Etliche Leitungen sind als Folge der harten Frosttage geplatzt." Allerdings stehe man nach wie vor dazu, das denkmalgeschützte Gebäude zu restaurieren und in die Anlage zu integrieren. Bösch: "Das haben wir vorher kalkuliert." Und: "Vielleicht können wir es auch zwischenzeitlich vermieten."
Nach Informationen unserer Zeitung sieht es so aus, dass CDU, FDP, FWS - und auch die Linken - der Planung wohlwollend gegenüber stehen. Wenn sie dafür auch in den Gremien (Planungsausschuss und Rat) ihre Stimme abgeben, hätte das Parkhotel-Projekt die politische Mehrheit auf seiner Seite.
Korrekturen
Im Kern drehten sich die Treffen Politik/Investor um diese Kernpunkte:
- Anzahl der Wohnungseinheiten: Die Zahl der Wohnungen wurde um eine auf jetzt 25 reduziert. Weniger Einheiten seien für die Investoren nicht zu realisieren, da das Gesamtkonzept, das ein 24-Stunden-Service im Haus vorsieht, sonst nicht umzusetzen sei. Das DRK soll diese Anlaufstelle, für die die Bewohner eine monatliche Pauschale (eine Person: 65 Euro; zwei Personen: 95 Euro) zahlen, besetzen. Damit sei man aber nicht automatisch bei Bedarf auch an den ambulanten Pflegedienst des DRK gebunden. Bösch: „Es besteht Wahlfreiheit.“ Gegen eine weitere Reduzierung der Wohnungen spreche auch, dass sich das Projekt daurch erheblich verteure, was dann wieder auf Mieter oder Käufer umgelegt werde. Bösch: „Wir wollen keine Anlage, die sich nur wenige leisten können, sondern eine bezahlbare, aber hochwertige.“
- Baukörper: Der von vielen Politikern kritisch gesehene massige Kubus wurde optisch verändert und die Fassade zur Alexander-Koenigstraße hin stärker gegliedert. Gleichzeitig wurde die Firsthöhe reduziert. La-Vida-Architekt Heinz-Gerd Feseker: „Damit wäre der Gebäudekomplex niedriger als die in der Nachbarschaft wie Sparkasse, Finanzamt usw.“
- Stellplätze: Auch durch den planerischen Verzicht auf eine Wohnung gibt es mehr Raum für Stellplätze: Vorgesehen sind jetzt 15 statt der ursprünglichen neun. Der vom Technischen Beigeordneten Reinhard Niewerth geforderte Schlüssel eine Wohnung=ein Stellplatz werde man aber nicht erreichen. Ebenso steht auch eine Tiefgarage nicht auf der La-Vida-Agenda. Michael Daldrop weist hier daraufhin, dass andere Städte bereits für „Betreutes Wohnen“ einen halbierten Schlüsel in ihrer Kommunalsatzung verankert hätten. Daldrop: „Hier soll ein Stellplatzbedarf erzwungen werden, der so auch in Steinfurt gar nicht vorhanden ist.“
- Städtebaulicher Wettbewerb: „Den wird es für La Vida nicht geben, die bauen ausschließlich Service-Wohnungen, ein solcher Wettbewerb macht daher keinen Sinn“, sagt Daldrop. Zudem sei es auch erklärtes Ziel, die Festlegung auf „Betreutes Wohnen“ für den Parkhotel-Komplex sicherzustellen – entweder durch eine Baulast oder durch Auflagen in der Baugenehmigung.















