Blickpunkt Innenstadt: Folge 1: Der Platz "Auf dem Schilde"
BORGHORST Der Platz "Auf dem Schilde" ist für die Borghorster ein zentraler Anlaufpunkt bei Wochenmarkt, Nikolausbesuch vor Weihnachten, Trubel zu Karneval oder Kirmes, Wettkampf unter der Vogelstage und gerade eben zur WM beim Public Viewing. Folge 1 unserer Serie "Straße mit Geschichte".
Der Platz auf dem Schilde anno 1958: Der MGV konzertiert dort. (Repro: ka)
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Fotostrecke Straße mit Geschichte: Auf dem Schilde
„Auch am Karfreitag 1945“, erinnert sich der heutige Senior, der, als er jung war, den damaligen Senioren zuhörte. „Die Alliierten standen mit ihrem schweren Kriegsgerät an der Aa in Dumte und man besprach hier die gefährliche Situation. Es ging darum die Panzersperren zu schließen, oder weiße Fahnen zu hissen. Zum Glück hat die Vernunft der Borghorster gesiegt“.Verstecken gespielt bis der Postbus kam
„Zum Spielen ging’s auf die Straße“, erzählt ein anderer Zeitzeuge. „Wir haben dort getippelt, geknickert, den Ball gekickt oder Verstecken und Fangen gespielt. Wenn Bus, Bus, Bus gerufen wurde, fuhr der Postbus aus Burgsteinfurt oder Emsdetten, über die Lechtestraße zur Post an der Münster Straße, um dort Briefe und Pakete abzuholen“. Es war für die Mädchen und Jungen immer etwas Besonderes, wenn sie dem großen Fahrzeug auf der Straße Platz machen durften.
Gelegenheit zum Spielen bietet der Platz auch heute wieder am Brunnen der Werbegemeinschaft, oder dem neuen Holzhaus der Geschäftsfrauen, an dem jetzt auch „Das Schaf“ seinen endgültigen Standort bekommen soll. Theodor Schwarzkopf mit der Hausnummer 1 war die einzige Adresse am Platz „Auf dem Schilde“. Er betrieb einen Kolonialwaren- Einzelhandel. Die Durchfahrt für den damals immer stärker werdenden Verkehr auf der Münsterstraße war an dieser Stelle sehr eng.
Roter Platz entstand während des Krieges
Es musste Platz geschaffen und das marode Schwarzkopfhaus abgebrochen werden. „Der russischer Kriegsgefangene Alex half 1942 beim Abbruch des Gebäudes. Der war immer gut gelaunt“, erinnert sich der Senior. Schwarzkopf zog mit seinem Geschäft in das Judenhaus an der Münsterstraße Nr. 24. Später kam der große Garten der Familie Schwarzkopfs zum Platz „Auf dem Schilde“. Die erste öffentliche Rasenfläche in Borghorst wurde eingesät und der Rest mit rotem Schotter befestigt. Der im Volksmund „Roter Platz“ genannte Ort war geschaffen.


















