Abschiedskonzert: Letzter Vorhang für die Cale Copf Company
BURGSTEINFURT „Schluss, aus, vorbei – die CCC hört auf, lebt wohl“, sangen Ali, Andreas, Jörg, Markus, Michael und Ulli mit einer Träne im Knopfloch. Am Ende ihrer Show als „Cale Copf Company“ im Gymnasium Arnoldinum raste das Publikum und brachte stehende Ovationen. Vorher hatte es eine a-capella-Show der Superlative erlebt.
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CCC-Spezialität: Liedtexte verfremden
Mit sparsamen, aber effektvollen Requisiten wie Regenschirm, Regenjacke, Gondel und überdimensionalem Kinderwagen nahmen die Akteure das Publikum mit auf ihre musikalische Reise. Spezialität: Verfremdung von Liedtexten.
Da nuschelte sich der „Hamburger Schluckspecht“ aus Gronau, Udo Lindenberg, mit einem sichtlich gealterten Panikorchester über die Bühne. In sekundenschnelle mutierte er zu „Klaus Lage“, der seinem Superhit „1000 und eine Nacht“ eine neue Anfangszeile verpasste: „Du wolltest mich eigentlich nur nackend einreiben…“ „Völlig losgelöst von der Basis“ schwebte dann die CSU durch die Aula, worüber sich der der einstige „Neue-Deutsche-Welle“-Star Peter Schilling sehr gewundert hätte. Selbst das fast vergessene holländische Goldkehlchen der sechziger Jahre, „Heintje“, bekam sein Fett weg. Aus einem riesigen Kinderwagen heraus schmalzte er sein kultiges „Mama“, während diese davor sitzend in Landestracht einen Pullover strickte.
Kontraste
Dem skurril-rührselige Szenario stellten die Künstler mit knallharten Rap aus den Straßenschluchten von Melle gegenüber. Erschütternd: die Geschichte vom „Public Viewing-Versuch am Brandenburger Tor“ anlässlich der Fußball-Europameisterschaft. Schon die Reise der CCC-Mitglieder dorthin geriet zum Fiasko. Im Zug mussten sie elf gefüllte Bierkisten an Hooligans stiften, um Schaden an Leib und Leben abzuwenden.
Reflexionen über hormongebeutelte Jugendliche und der Bericht über eine Horror-Schlankheitstour waren weitere Zutaten, mit denen die a-capella-Barden ihre Show würzten. Doch einmal musste der Abschied kommen. Langsam verließ die Company die Bühne, drückte Zuschauern der äußeren Stuhlreihe die Hand und entschwand. Allerdings nicht, ohne vor der Aula ihre CDs anzubieten.


















