Amtsgericht: Mann fischt Damenwäsche aus Altkleidersammlung - 1000 Euro Strafe
STEINFURT Zum Dampfablassen gibt es Ventile. Eines der besonderen Art hat ein 39-jähriger Mann aus Metelen - und das nicht zum ersten Mal. Im Oktober war der Unverheiratete in Burgsteinfurt an der Goldstraße dabei ertappt worden, wie er aus einem Altkleidercontainer Damenwäsche fischte und mitnahm. Jetzt stand er deshalb vor Gericht.
(Foto: dpa)
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Um dann einzugestehen, dass da wohl ein sexueller Trieb dahinter stecke. Das sah die Richterin beim Blick in die Akten bestätigt. In einem bereits abgeurteilten Fall hatte der 39-Jährige Badeanzüge gestohlen. Er habe damals in Burgsteinfurt gespürt - ich brauche das jetzt. Und weil der Drang da war, sei er über den Drahtzaun geklettert, habe mit seinem Taschenmesser die Spanngurte des LKW-Containers durchschnitten und sich drei oder vier Einzelteile aus dem Kleiderberg herausgefischt.
Der Schaden lag bei etwa 15 Euro
Ein paar Tage später habe er die Sachen weggeworfen. Ein 43-jähriger Angestellter des Deutschen Roten Kreuzes, das mit den eingesammelten Altkleidern ein Arbeitslosenprojekt mit einer Textilwerkstatt betreut ist, sprach von einem angerichteten Schaden von rund 15 Euro.
Wegen seiner Neigung war der Beschuldigte bereits in Therapie. „Ich dachte, ich wäre geheilt. Ich muss mir wohl eine Freundin zulegen, dann kann es besser werden“, sagte der Beschuldigte jetzt. Eine Freundin sah auch die Bewährungshelferin des unter laufender Bewährung stehenden Mannes als „Heilmittel“ an. „Die können wir ihm leider nicht verschaffen“, sagte die Richterin.
Der Mann muss 1000 Euro zahlen und in Therapie
Sie drückte aber mit ihrem Urteil beide Augen zu. Trotz laufender Bewährung und acht Vorstrafen folgte sie dem Antrag des Staatsanwaltes: Sechs Monte zur Bewährung, dazu eine Geldbuße von 1000 Euro und als Vorbeugung für Rückfälle die Anordnung einer weiteren ambulanten Therapie bei einem Facharzt.















