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Montag, 13. Februar 2012
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    Medienhaus Lensing
    25.02.2010 16:42 Uhr
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    Rollenspiele fördern die Entwicklung

    Kinder lieben es, ab und zu jemand anderes zu sein und als feine Prinzessin oder als mutiger Ritter die Welt zu erobern. Oder sie schlüpfen in die Rolle ihrer Eltern und stellen das Familienleben nach..

    Bilder:

    Als Prinzessin die Welt erobern...
    Der Sandkasten lädt zu Bäckerspielen ein...


    Als Prinzessin die Welt erobern...
    Als Prinzessin die Welt erobern...
    Foto sxc.hu
    Ab dem Kleinkindalter gehören Rollenspiele zum üblichen Spielverhalten. Wenn sie sich selbst als eigenständige Person wahrnehmen, beginnen Kinder, im Spiel in fremde Rollen zu schlüpfen. Das ist meist ab einem Alter von zwei Jahren der Fall.

    Zu diesem Zeitpunkt sind diese Spiele noch ganz einfach aufgebaut, denn es fällt den Kleinkindern aufgrund ihrer Sprachentwicklung dann noch schwer, genau mitzuteilen, was sie gern möchten. Auch ist es dann für sie noch nicht leicht, ein Spiel und ihre Rolle für eine gewisse Zeit durchzuhalten. Wächst das Kind, entwickeln sich mit ihm auch seine Rollenspiele.

    Im Kindergartenalter sind die Kleinen in der Lage, die Spiele hinsichtlich Handlung und ihrer Rolle zu planen. Außerdem können sie sich nun besser mit den Mitspielern verständigen. Besonders in dieser Zeit machen Rollenspiele einen großen Anteil am kindlichen Spiel aus. Mit zunehmendem Alter werden die Rollenspiele komplexer. Den Spaß daran bewahren sich Kinder auch noch bis in die Grundschulzeit hinein.

    Spielen bedeutet für Kinder lernen, und besonders Rollenspiele sind ein wichtiger Bestandteil der kindlichen Entwicklung. Bei der Wahl dieser Spiele greifen die Kinder oft Situationen auf, die sie gerade verstärkt beschäftigen. Dabei schlüpfen sie in die aus ihrer Sicht erstrebenswerteste Rolle oder in die, mit der sie sich momentan am besten identifizieren können.

    Häufig werden Begebenheiten aus dem Alltag nachgespielt, wie beispielsweise Einkäufe oder Arztbesuche. Oder das Kind imitiert typische Situationen aus dem Familienleben, wie das Kochen und Einnehmen der Mahlzeiten oder die Veranstaltung einer Geburtstagsfeier. Da möchte Ihr Kind einmal die Mama oder der Papa sein und in dieser Rolle ein kleines Kind versorgen und darüber bestimmen. Gerade durch das Tauschen der üblichen Rollen bekommen Kinder eine andere Sicht auf sich selbst und ihre Handlungen.

    „Indem sie die Rolle eines anderen übernehmen, fühlen sie sich in die immer noch befremdliche Eigenart der Welt ein“, erklärt der Kinderpsychologe Dr. Wolfgang Bergmann. In den Rollenspielen machen die Kinder wichtige Erfahrungen. Durch das Nachspielen von Alltagssituationen entwickeln sie Verständnis für die Welt der Erwachsenen und können deren Verhaltensweisen einüben.

    So lernen sie spielerisch, sich in andere hineinzuversetzen. Gleichermaßen trainiert das Übernehmen einer Rolle die Kinder darin, Regeln einzuhalten und ein besseres Verständnis für deren Notwendigkeit zu entwickeln. Die Entwicklung sozialer Fähigkeiten wird unterstützt. So müssen sich die Kinder über die Rollenverteilung einigen und lernen dabei, eigene Ideen zu äußern und Kompromisse zu schließen. Beim Zusammenspiel mit anderen üben die Kinder, sich besser auszudrücken. Ihre Sprachfähigkeit wird gefördert, ebenso wie ihre Fantasie und Kreativität.

    Aber nicht nur für die Kinder können Rollenspiele ein Lernprozess sein. Diese Spiele können den Eltern viel über die Sorgen ihrer Kinder und ihr Erleben des Alltags verraten. Bittet Sie Ihr Kind darum, mitzuspielen, machen Sie ihm die Freude. Nicht nur, weil Sie Ihr Kind bei dem für seine Entwicklung wichtigen Rollenspiel unterstützen, sondern auch, weil Sie auf diesem Weg leicht erfahren, was in Ihrem Kind vorgeht.

    Im Spiel imitieren Kinder oft, wie sie das Leben der Erwachsenen wahrnehmen. Beim Vater-Mutter-Kind-Spiel mit vertauschten Rollen kann es möglicherweise sehr aufschlussreich sein, zu erleben, wie Ihr Kind in seiner Rolle als Elternteil auf ein ungezogenes Kind reagiert.

    Der Sandkasten lädt zu Bäckerspielen ein...
    Der Sandkasten lädt zu Bäckerspielen ein...
    Foto: T. Schröder / pixelio
    Man mag sich seltsam vorkommen, in der Rolle eines Hündchens auf allen Vieren durch die Wohnung zu krabbeln oder als brüllender Löwe das Futter vom Zoowärter entgegenzunehmen. Lassen Sie sich einfach auf die Ideen Ihres Kindes ein und schaffen sie so für das Kind eine angenehme Situation, die sein emotionales Reifen unterstützt.

    „Sie werden zu Ihrer Überraschung merken, wie viel Spaß das macht, weil das Kindliche auch in Ihnen noch lebt“, so Dr. Wolfgang Bergmann.

    Mit Hilfe von Rollenspielen können Sie Ihrem Kind auch Situationen näher bringen, mit denen es sich bald auseinandersetzen muss. Einen bevorstehenden Arztbesuch können Sie so bereits im Vorfeld im wahrsten Sinne des Wortes durchspielen und Ihrem Kind eventuell vorhandene Unsicherheit oder Angst nehmen. Ebenso gut lässt sich bereits Erlebtes im Spiel aufarbeiten. Greifen Kinder Erlebnisse, die ihnen Angst gemacht haben, im Rollenspiel noch einmal auf, können sie diese leichter verarbeiten.

    Vereinfachen können Sie Ihrem Kind den Einstieg in sein Rollenspiel, wenn Sie ihm genügend Raum dafür bieten. Lassen Sie es sein Spiel auch mal auf Bad, Wohnzimmer oder Flur ausdehnen und stellen Sie Ihren Kindern einige wenige Requisiten zur Verfügung.

    Beispielsweise Tücher oder Schals, mit denen die Kinder sich verkleiden können und die auch schnell mal einen Gipsverband fürs Krankenhausspiel darstellen. Ein großer Karton, der sonst im Altpapier landen würde, kann für die Kinder das Auto sein, wenn sie die Fahrt der Familie in den Urlaub nachspielen. Die Kinder verfügen über viel Fantasie und benötigen für ihre Rollenspiele keine umfangreiche Ausrüstung.

    Selbstverständlich gibt es auch Spielzeug, das Kindern Rollenspiele noch zusätzlich erleichtert. Der Klassiker „Kasperletheater“eignet sich gut dazu. Die unterschiedlichen Charaktere – beispielsweise der lustige Kasperl, das böse Krokodil oder die liebe Großmutter – laden das Kind dazu ein, verschiedene Rollen auszuprobieren und sich auf die jeweils anderen einzustellen.

    Mit einem Kaufmannsladen kann das Kind wunderbar Alltagssituationen nachstellen und sich in der Kommunikation üben. Ein kleiner Vorrat an Spielfiguren (Personen, Tiere, Fahrzeuge, etc.) schafft zusätzliche Spielanreize. Mit Spielzeug, das vielseitige Möglichkeiten bietet und den Kindern Raum zum Ausleben ihrer Fantasie lässt, wird das für die kindliche Entwicklung so wichtige Rollenspiel gefördert.


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