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Medienhaus Lensing
01.09.2010 14:53 Uhr
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Ursachenforschung nach dem Hochwasser: Verstopfung im Bach

STEINFURT Nach dem Unwetter ist vor dem Unwetter. So banal diese "Erkenntnis" ist, so wichtig ist in den Augen der Stadt eine "Manöver-Kritik" nach dem jüngsten Hochwasser. Von Christiane Hildebrandt-Stubbe

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Auch Burgsteinfurt wurde vom Hochwasser heimgesucht. Jetzt übt die Stadt "Manöver-Kritik". (MZ-Foto: Bödding)

"Wir werden uns zusammensetzen", sagt Technischer Beigeordneter Reinhard Niewerth. Und meint damit nicht nur Mitarbeiter seines Hauses, sondern auch Verantwortliche der Steinfurter Feuerwehr sowie der Wasser- und Bodenverbände. Dass Bäche überliefen und enorme Wassermassen Häuser und Höfe verwüsteten - dieses Bild ist noch ganz frisch.

Auch, dass die Wehrleute stundenlang Gräben und Vorfluter freilegten, um wieder für einen reibungslosen Abfluss zu sorgen. "Das ist wirklich nicht unsere eigentliche Aufgabe", sagt Steinfurts Stadtbrandinsprektor Dirk Telgmann. Häufig sei es regelrechte "Sysiphus-Arbeit" gewesen. Das Wasser, das die Wehr aus Kellern, Ställen und Wohnungen abpumpte, sorgte an anderer Stelle wieder für neue Probleme. Telgmann: "Da wäre es leichter gewesen, wenn wir das Wasser hätten in die Gräben ableiten können."

Problematische Vorsorge

Die aber waren zum Teil zugewuchert und/oder verschlammt. "Für die Unterhaltung der Gewässer sind die Wasser- und Bodenverbände zuständig, die regelmäßig die Wartung, aber auch jährliche Kontrollen durchführen", sagt Niewerth. Und ergänzt: "Wir müssen prüfen, ob das alles ordnungsgemäß erfolgt ist."

Angesichts des riesigen Niederschlagsmengen aber sei auch fraglich, ob man überhaupt hätte Vorsorge treffen können. Gleichzeitig weist Niewerth darauf hin, dass die Gewässer auch durch angeschwemmten "Müll" verstopft worden seien. Gleichwohl müsse man darüber reden, ob möglicherweise Pflegeintervalle verändert werden sollten.

Wasser spült Unrat in die Gräben

Für Franz-Josef Große Besten, Vorsitzender des Unterhaltungsverbandes Emsdettener Mühlenbach/Nordwalder Aa - einer von insgesamt fünf Verbänden, die für Steinfurt zuständig sind - ist jedenfalls klar, dass die jüngste Situation nicht auf das Konto seiner Organisation geht. Seine einfache Formel: "Wenn das Wasser oben nicht wegkann, kann es unten nicht fließen." Auch Große Besten betont, dass Sand, Erde, Holz und anderer Unrat vom Wasser in die Bäche und Gräben gespült worden sei.

Je nach Bedeutung, wie viel Wasser sie im Durchschnitt aufnehmen müssten, seien für die Gewässer unterschiedliche Wartungsarbeiten vorgegeben. Manche würden einmal, andere zweimal jährlich freigeschnitten. Bei einigen sei der zweite Schnitt deshalb noch nicht erfolgt, weil die Felder noch nicht komplett abgeerntet seien.

EU-Wasserrichtlinie

Wichtig sei es aber, durch einen späten Schnitt, insbesondere im Winter, Vorfluter und Sohle freizuhalten, damit auch die Drainierung der Felder und Wiesen reibunglos laufen könne. Zusätzliche Schneidearbeiten hält Große Besten für nicht realistisch. Nicht nur wegen des finanziellen Mehraufwands: "Die EU-Wasserrichtlinie gibt sogar vor, dass wir weniger schneiden sollen."

Reinhard Niewerth sieht durch die Ausweisung zusätzlicher Baugebiete und damit mehr versiegelter Flächen grundsätzlich auch mehr Wasser auf die Vorfluter zukommen. Bei Frahlings Kamp zum Beispiel habe man daher auch ein Regenrückhaltebecken eingeplant.

Aber auch das hat Grenzen. Niewerth: "Wir halten uns streng an die technischen Regeln, dann muss man eben über die Verschärfung solcher Regelwerke nachdenken." Dann aber werde die Stadtentwicklung noch teurer.



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