SV Burgsteinfurt: 2:0-Führung gegen Borussia verdaddelt
BURGSTEINFURT In einem turbulenten Spiel mit aufgeheizter Stimmung gab der SV Burgsteinfurt gestern eine 2:0-Halbzeitführung gegen Borussia Emsdetten noch aus der Hand. Die Gäste drehten die Partie nach der Pause und revanchierten sich mit dem 3:2-Sieg für die Pokalpleite.
Jens Kormann (l.) und Sascha Markmann bedrängen Borusse Peter Lakenbrink. Am Ende ging der SVB, der auf Jule Vehoff (Probleme mit dem Halswirbel) verzichten musste, leer aus. (Foto: Marius Holthaus)
Elfmeter verweigert
Der geschockte SVB versuchte zu antworten. Nach Kopfballvorlage des überragenden Isuf Asllani drosch Meyer den Ball volley in die Wolken (90.). Pech für Burgsteinfurt in der Nachspielzeit: Ladislav Velican legte im Strafraum Thorsten Gremplinski, doch der Elferpfiff blieb aus. Laut Gremplinski räumte Velican selbst ein, es sei ein Foul gewesen.
Borgelt bockig
Nicht nur in dieser Szene haderte Burgsteinfurt mit dem Schiedsrichtergespann. Auch etliche Abseits- bzw. Nicht-Abseitsentscheidungen erhitzten die Gemüter. Und nach einem Einsteigen von hinten gegen Sahin Günana konnte Borussia froh sein, mit elf Mann weiterzuspielen. Jeder beschimpfte jeden, auch die Zuschauer machten eifrig mit. Ins unschöne Bild passte nach dem Abpfiff die Lautsprecherdurchsage, dass die obligatorische PK ausfällt, da Gäste-Trainer Robert Borgelt sich weigere daran teilzunehmen. „Wir bedauern diesen unsportlichen Akt“, hieß es da weiter. Borgelt erklärte: „Wenn man mich ausgerechnet während des Spiels fragt, ob ich an der Pressekonferenz teilnehme, dann kann die ja anscheinend nicht so wichtig sein. Warum fragt man mich nicht vorher?“
Asllanis Doppelpack
Vergleichsweise beschaulich verlief die erste Halbzeit. Burgsteinfurt ackerte, übte gegen anfangs leblose Borussen unermüdlich Druck aus. Das erzwang einen Fehler der Gäste: Bastian Wolf schoss bei einem Befreiungsschlag Sascha Markmann ab, dadurch prallte die Kugel in den Lauf von Asllani, der von Emsdettens Keeper Florian Haude gelegt wurde. Den Strafstoß verwandelte Asllani selbst (17.). Allmählich fand Borussia in die Partie. Plötzlich war Pantelis Kalaitzidis durch, doch bei seinem Versuch, Schlussmann Patrick Kapke zu umkurven, wurde er zu weit abgetrieben (29.).
Burgsteinfurt blieb stabil und legte nach. Jens Kormanns Freistoß fand an der Strafraumgrenze Asllani, der drehte sich flink um Moritz Uphoff und schoss flach ein (38.). Nach Fehler von Hendrik Telgmann verpasste Rios-Pfannenschmidt den Anschlusstreffer – er zielte freistehend drüber (40.).
Gelb-Rot-gefährdet
Bis hierhin war der SVB effektiver. Das änderte sich in Durchgang zwei, in dem Borgelt von einer Spitze auf zwei (zu Kalaitzidis gesellte sich der eingewechselte Reekers) umstellte. Prompt war Borussia schwungvoller. Am Ende eines flotten Angriffs legte Reekers für den ebenfalls eingewechselten Michael Rintelen das 2:1 auf (56.). Und nach Ecke von Rintelen durfte Marcel Langenstroer am langen Pfosten ungestört zum 2:2 einköpfen (68.). Der SVB war längst nicht mehr so stabil wie zu Beginn, zumal Trainer Marco Antwerpen seine Doppelsechs Jens Kormann und Nico Lazarov, beide Gelb-Rot-gefährdet, auswechselte. Für Lazarov kam Meyer, der den entscheidenden Fehlpass fabrizierte.
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SV Burgsteinfurt – Borussia Emsdetten 2:3 (2:0)
Tore: 1:0 (17./Foulelfmeter) Asllani, 2:0 (38.) Asllani, 2:1 (56.) Rintelen, 2:2 (68.) Langenstroer, 2:3 (84.) Reekers
SVB: Kapke - Schultejann, Heppe, Telgmann, Niehues - J. Kormann (52. Dolguschin), Lazarov (70. Meyer) - L. Kormann, Günana, Markmann (60. Gremplinski) - Asllani












