Jugend-Fußball: Lange Tage, kurze Nächte
LEER Der kleine Fußballer sitzt in seinem blauen Trikot am Spielfeldrand. In der rechten Hand hält er ein Megafon. Wortreich kommentiert der D-Jugendliche von Fortuna Freudenberg für alle hörbar das Spielgeschehen zwischen SV Wilmsberg und BW Ottmarsbocholt. Es ist offensichtlich: Die Kinder haben beim 16. Jugendfußball-Turnier von Westfalia Leer jede Menge Spaß.
Das Jugendturnier in Leer wird von den Gästen stets gern besucht. Trainer und Betreuer schätzen die gute Atmosphäre und saubere Organisation. (Foto: Rupert Joemann)
Wenig Schlaf
Für einige Kicker der 34 F-, E- und D-Jugendmannschaften war die Nacht von Freitag auf Samstag recht kurz. Bis halb drei haben es beispielsweise die Freudenberger ausgehalten. Einen Tag später immerhin bis kurz nach Mitternacht. "Sie sind schon ruhiger geworden", hat Betreuerin Heike Baehr festgestellt.
Hausaufgaben
Die Kräfte schwinden. Dennoch sind sie mit Feuereifer bei der Sache. Bis in den Sonntagnachmittag hinein. Wenn die Freudenberger Jungs erst zu Hause sind, müssen sie noch Hausaufgaben machen. "Schließlich sind wir am Freitag direkt nach der Schule hergefahren", erklärt Heike Baehr. Es sind drei harte Tage. Aber die lohnen sich.
Gute Stimmung
"Es herrscht eine super Stimmung. Und auch die Organisation ist einfach nur toll", lobt die Betreuerin das Leerer Orga-Team um Dietmar Sundorf. Heike Baehr ist aber auch ein bisschen traurig: "Es ist für uns das letzte Jahr hier, weil wir in die C-Jugend aufrücken." Im Verein werde sie aber für das Leerer Turnier werben.
Kein Spargel
Zufrieden sitzen auch Dietmar Sundorf, Timo Hüsing und Reinhard Eissing auf dem Wagen der Turnierleitung. Sie haben alles im Blick. Timo Hüsing, selbst Betreuer der F-Junioren, gibt die Ergebnisse in den Computer ein. Automatisch werden die Tabellen aktualisiert.
In der Zwischenzeit geht ein Referee auf Sundorf zu. "Wie lange muss ich noch, um ein Uhr gibt's Spargel", fragt der Mann mit der Bauchrundung. "Das kannst Du gleich absagen. Das wird nichts", macht ihm Sundorf wenig Hoffnungen. Einige Altherren sind mit den B-Junioren unterwegs, mindestens bis 13.30 Uhr. Ersatz muss her.
Altherren als Referees
Seit der ersten Auflage übernehmen die Leerer Altherren-Kicker die Schiedsrichter-Aufgabe. Das ist außergewöhnlich. Bei anderen Turnieren pfeifen die Trainer und Betreuer der Teams selbst. "Das gibt aber oft Krach", weiß Dietmar Sundorf aus Erfahrung. Da ist er froh, dass er sich auf seine Oldies verlassen kann.
So wie auch auf sein gesamtes Helferteam. 20 bis 25 Frauen und Männer packen während der drei Tage kräftig mit an. Ganztägig. Eine ruhige Minute gibt's da kaum. Schließlich wollen die rund 350 Gäste gut versorgt werden und zudem einen reibungslosen Turnierverlauf geboten bekommen.
Aber die Aussage von Heike Baehr verdeutlicht: Wenigstens die Leerer haben ihre Hausaufgaben gemacht.










