"Hol di fast": Der ganze Kolpingsaal stand Kopf
WERNE Es wurde geschunkelt und gelacht bei "Hol di fast". Im voll besetzten Kolpingsaal bat Sitzungspräsident Jörg Weber mit seinem Elferrat (Frauenunion) Freitagabend zur großen Narretei.
Mit dabei waren wieder die Neustadtfunken. (Foto: Helga Felgenträger)
Den Anfang machte wie immer Sitzungspräsident Jörg Weber mit seinem Elferrat (von der Frauenunion), der nicht lange fackelte und schnell den ersten Auftritt der befreundeten KG Neustadtfunken aus Leverkusen Opladen ankündigte, „denn echte Fründe stan' zusammen“.
Vor allem scheute er nicht davor, den ein oder anderen Gast ein wenig zu necken: „So ist das halt, wenn ein Mann nach vorne will, bleiben die Haare eben zurück“. Seinen Auftritt krönte er mit einem Tänzchen mit seiner Gisela, bzw. einer Ersatz-Gisela, die ihr sich aus dem Publikum fischte.
Fotostrecke "Hol di fast" im Werner Kolpingsaal Teil 1
Um die Lachmuskeln etwas entspannen zu können und stattdessen etwas für das Tanzbein zu tun, standen die dröpkes schon in den Startlöchern. Als „emotionalste Stimmungsband“ vom Sitzungspräsidenten angekündigt ließen sich einen Gute-Laune-Song nach dem anderen vom Stapel. Klassiker wie „dat Wasser von Kölle“, „TNT“ oder „Viva Kolonia“ rissen die Narren von ihren Stühlen auf die Tanzfläche. Wer letztendlich lauter gesunden hat, die Band oder das Publikum, ließ sich nicht genau sagen, die Stimmung erreichte jedoch bereits ihren Höhepunkt, der von da an sehr lange anhielt.
Fotostrecke "Hol di fast" im Werner Kolpingsaal Teil 2
Nahtlos knüpfte Bernd vom Bauhof an. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, zog er über Politik und Verwaltung her und sorgte damit für herzhaftes Lachen und Zustimmung. Beispielsweise habe er beim Ausmisten des Partykellers eines alten Ratsmitgliedes eine altes Ortskennzeichen mit der Aufschrift „Werne an der Lippe Kreis Lüdinghausen“ gefunden. Damit sei zumindest der Streit um die neuen Ortskennzeichen erledigt, da er vermutete genügend Ortskennzeichen zu finden, wenn weitere Partykeller von Ratsmitgliedern ausgemistet würden.
Lothar Christ bekam ebenfalls sein Fett weg. Bernd deutete an, dass der neue Dienstwagen des Bürgermeisters rein zufällig der Wagen ist, der bei der Verlosung der Werner Thaler hätte verschenkt werden sollen. Doch wer war immer Schuld - „genau, der Bauhof“.
Situationskomik und Missverständnisse
Die erste Büttenrede des Abends hielt im Anschluss Ralf Kuhn „Ne Usjeflippte“, der sich vor allem auf Situationskomik und Missverständnisse berief: „Chef, Pariser gab es nicht, da hab ich einfach ein paar Berliner mitgebracht“.
In die gleiche Kerbe schlugen Die Heiopeis, die eine Mischung aus Büttenrede und Gesang präsentierten.
Was fehlte bis hier hin? Genau: ein weiterer musikalischer Beitrag. Die Zipfelbuben setzen da an, wo die dröpkes aufhörten, sie brachten den Saal zum Tanzen. An diesem Punkt gehörte die Bühne bereits den Jecken, die eine Polonaise nach der anderen quer durch den Saal zogen, von hinten nach vorne und über die Bühne. Das bewerkstelligten sie ebenfalls mit Klassikern wie „oh wie ist das schön“ oder „reiß die Hütte ab“.
Fliegende Tanzmariechen
Tänzerisch gab es noch zwei weitere Leckerbissen: De Hoppemötzjer begeisterten mit brillianten Hebefiguren, Akrobatik, fliegenden Tanzmariechen und eine makellosen Choreographie. Die Grafschafter Prinzengarde Rietberg machten den Abschluss mit ihrem Tanz „murder on the dancefloor“.
Damit war das abwechslungsreiche Programm abgeschlossen und ging über zum gemeinsamen Tanzen. Hol di Fast schlug also auch in diesem Jahr wieder ein und ebnet den Weg für eine 52 Auflage im nächsten Jahr.
Mit „Hol di fast“ setzte die Kolpingsfamilie Werne ihre über 50-jährige Karnevalstradition fort und bot dem Publikum ein wahrhaft buntes Programm: Gardetanz, professionelle Comedy und die lokale Bütt wechselten sich ab, immer wieder unterbrochen durch lautes Gelächter und natürlich jede Menge Raketen.































