Paukenschlag: Nordkirchen verweigert Konsens zur Sekundarschule
WERNE Wenn er vorerst auch wirkungslos bleibt, war es gestern doch ein Paukenschlag: Die Gemeinde Nordkirchen verweigert den regionalen Konsens für eine Sekundarschule in Werne. Der ist eigentlich Voraussetzung für die Bildung einer solchen Schulform.
Schuldezernentin Elke Kappen kann das neue Schulzentrum an der Bahnhofstraße weiter planen. (Foto: Heckenkamp)
"Die Gemeindeverwaltung ist der Ansicht, dass im Hinblick auf den Start der Profilschule in Ascheberg zum diesjährigen Schuljahresbeginn die Einrichtung einer Sekundarschule in Werne kritisch geprüft werden sollte", heißt es in einer Beschlussvorlage, die heute in den Nordkirchener Rat eingebracht wird. Grundlage für diese Entscheidung sei das Urteil eines externen Gutachters. Dieser spreche sich dafür aus, "dass die Gemeinde Nordkirchen sich gegen die Einrichtung weiterer integrativer Schulen in der Region positioniert, bevor nicht in einem moderierten Prozess auf regionaler Ebene alle Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt sind".
"Nur das halbe Gespräch wiedergegeben"
Pikantes Detail: Hinter dem externen Gutachter verbirgt sich die Projektgruppe "Bildung und Region", die auch für den Schulentwicklungsplan in Werne verantwortlich zeichnet und damit maßgeblichen Anteil an der Entscheidung pro Sekundarschule in der Lippestadt hatte.
In Werne selbst stieß die Verwaltungsvorlage auf Unverständnis: "Wir waren gemeinsam mit der Gemeinde Nordkirchen zu einem Konsensgespräch bei der Bezirksregierung in Arnsberg", berichtet Schuldezernentin Elke Kappen. "Leider wird in der Vorlage nur das halbe Gespräch wiedergegeben." Denn die Bezirksregierung habe auch deutlich gemacht, dass der Schulstandort Nordkirchen nicht gefährdet sei, wenn Werne seine Haupt- und Realschule auflösen und in einer Sekundarschule zusammenführen würde.
Als Beleg führte Arnsberg an, dass 20 Kinder aus Werne an die Gesamtschule in Nordkirchen gingen, dort aber zum neuen Schuljahr 60 Kinder abgewiesen worden sind. "Der Bestand ist also nicht in Gefahr", so Elke Kappen.
Schule in Nordkirchen nicht gefährdet
Für Werne bedeutet das: "Die Planungen können so weitergehen wie bisher, die Sekundarschule ist nicht gefährdet." Elke Kappen bekräftigte noch einmal, dass die Stadt den Vorschlag der Bezirksregierung Arnsberg, angesichts der Schulentwicklung Moderationsgespräche mit umliegenden Kommunen zu führen, unterstützt.

























