Klöster im Scopingau: Spannende Geschichte
WETTRINGEN Der Arbeitskreis "Kulturraum Scopingau" in der "Leader"-Region Steinfurter Land setzte am Dienstag seine regionalgeschichtliche Informationsreihe fort. Dazu hatte er den Diplomtheologen Bernhard Laukötter aus Asbeck in das Heimathaus Wettringen eingeladen.
Viele an der Geschichte des Scopingaus interessierte Gäste aus den Nachbargemeinden kamen zu dem Vortrag. (Foto: Herbert Göcke)
Thema des Vortrages war "Die Rolle der adeligen Frauen und die Bedeutung ihrer Klöster im Scopingau". Wettringens Heimatvereinsvorsitzender Rolf Cyprian, der dem Arbeitskreis angehört, freute sich, sehr viele Interessenten im "Hiärtken van de Wiält" begrüßen zu können.
Er informierte über die Geschichte des schon einige hundert Jahre alten Heimathauses, das früher das Hofgebäude des Hofes Ahlers in Klein-Haddorf war.
Edle Herren in Wettringen
Seinem Vortrag schloss sich der von Bernd Dircksen an, der vom Geschlecht der Edlen Herren von Wettringen berichtete. Die geschichtliche Erwähnung dieses hochangesehenen Geschlechts beginnt mit Volkmar, der der Vogt und Schutzherr des Klosters Asbeck war. Bekannt sind von ihm drei Söhne: Konrad, Bernhard und Franko. Einen etwas breiteren Raum nahm Franko ein, der dem geistlichen Stand angehörte und Domkanonikus und später Vizedominus in Münster war.
Um 1180 kam das Amt des Domdechanten hinzu. Er gründete das Kloster Langenhorst. Berichtet wurde von seinem Wirken, seinem Grab in der Stiftskirche Langenhorst, der Inschrift des Grabsteines. Bei Renovierungsarbeiten vor Jahren wurde das Grab in der Langehorster Stiftskirche durchaus gefunden, jedoch nicht geöffnet. Man verschwieg es, wahrscheinlich, um die Renovierungsarbeiten ungestört fortsetzen zu können.
Wer liegt noch im Grab?
Interessant dabei, dass es sich um ein Doppelgrab handeln und der zweite Bestattete ein öfters erwähnter "Werner" sein könnte, über den der Streit, ob es sich bei ihm um einen unehelichen Sohn von Franko von Wettringen handeln könnte, nicht endgültig geklärt ist. Dagegen spricht, dass Franko von Wettringen ein hoch angesehener Geistlicher war. Vermutet wird, dass der zweite Bestattete eher ein Verwandter ist, nämlich Werner von Ibbenbüren.
Anschließend referierte Diplomtheologe Bernhard Laukötter über die "Rolle der adeligen Frauen und die Bedeutung ihrer Klöster im Scopingau". Er beschäftigte sich sich aus theologischer, volkskundlicher und historischer Sicht mit den ehemaligen Klöstern und späteren freiweltlichen adeligen Damenstiften im westlichen Münsterland, insbesondere mit den Stiften Langenhorst, Asbeck, Vreden, Metelen und Langenhorst.
Wandel der Frauenklöster
Aspekte der Lebensgestaltung und des Lebensstils der standesbewussten Bewohnerinnen waren genauso Bestandteil des Vortrages wie der Wandel der ehemaligen Frauenklöster zu freiweltlichen adligen Damenstiften. Es gab zum Schluss viel Beifall für den verständlichen und interessanten Vortag.












