SC Preußen: Massih Wassey: "Jede Partie war eine besondere"

MÜNSTER Der einzige gebürtige Münsteraner im aktuellen Kader verlässt am Saisonende den SC Preußen. Massih Wassey (20) schließt sich der Reserve des FC Schalke an - und hofft dort auch auf seine Chance in der Bundesliga, wie er vor seiner Verabschiedung im MZ- Interview verrät.

  • Vor dem Dortmund-Spiel wird Massih Wassey verabschiedet. Im letzten Saisonmatch in Lotte möchte der Techniker wieder fit sein und seinen sportlichen Ausstand geben.

    Vor dem Dortmund-Spiel wird Massih Wassey verabschiedet. Im letzten Saisonmatch in Lotte möchte der Techniker wieder fit sein und seinen sportlichen Ausstand geben. Foto: Heiner Witte

Sie gelten als großer Fan von Ajax Amsterdam.
Massih Wassey: Ja, der holländische Fußball hat's mir angetan, auch die Nationalelf. Das traditionelle 4-3-3 fasziniert mich. Das ist 100 Prozent Offensivfußball.

Wäre die Eredivisie ein Traumziel für Sie?
Wassey: Absolut. Es gab sogar Kontakte zum SC Heerenveen. Da hätte ich nicht Nein sagen können.

Jetzt wird's Schalke. Was hat für Königsblau gesprochen?
Wassey: Ich wollte es einfach mal woanders probieren. Die Gespräche, vor allem mit Mike Büskens, haben mich total überzeugt. Es wäre optimal, wenn er neuer Amateurtrainer würde. Aber natürlich spielte auch die Perspektive Bundesliga eine Rolle.

Trauen Sie sich den Sprung schon zu?
Wassey: Ich will es zumindest probieren. Beurteilen müssen es andere, aber wenn mein Vertrag in zwei Jahren ausläuft, möchte ich schon in der 1. Liga gespielt haben. Die Schalker interessieren sich seit über einem Jahr für mich, hätten mich gern schon im letzten Sommer geholt. Das zeigt mir, dass sie auf mich bauen.

"Ich war fast beidfüßig"

Auf welcher Position?
Wassey: Ich soll im 4-2-3-1 auf der Zehn spielen. Das ist auch meine Lieblingsrolle. Ich freue mich auf mehr Verantwortung. Ich komme aber auch gern über rechts. Da ist man als Linksfuß schwerer auszurechnen. In Münster habe ich ja meistens links gespielt. Vor meiner Verletzung war mein rechter Fuß richtig gut, ich war fast beidfüßig. Da muss ich wieder hinkommen.

Werden Sie weiterhin in Hiltrup wohnen?
Wassey: Ich werde natürlich in Gelsenkirchen wohnen, aber ein WG-Zimmer in Münster ist in Planung. Ich werde hier sicherlich zwei, drei Mal pro Woche sein.

Kommt Ihnen die Erfahrung nun zu Gute, die Sie in Ihrem Jahr beim VfL Wolfsburg sammeln konnten?
Wassey: Ja, ich weiß nun, wie das ist, was auf mich zukommt. Ich würde das Jahr, obwohl ich oft verletzt war, nie eintauschen wollen.

Im ersten Seniorenjahr waren Sie der Shootingstar, im zweiten hatten Sie die Seuche. Was bleibt aus der Zeit?
Wassey: Das Positive. Ich bin am Berg Fidel in die Grundschule gegangen, jede Partie war für mich eine besondere, da ich als Kind kein Heimspiel verpasst habe.

Glauben Sie, dass Sie von den Fans freundlich verabschiedet und in der nächsten Saison begrüßt werden?
Wassey: Das muss mir egal sein. Man muss mit allem rechnen. Im ersten Jahr gab es viele Schulterklopfer, im zweiten Jahr war ich für viele nur noch der überschätzte Spieler aus der eigenen Jugend. Ich flüchte nicht vor Kritik, aber die einzige Meinung, die für mich zählt, ist die des Trainers.

"Ich habe Roger Schmidt viel zu verdanken"

Zu Roger Schmidt wurde Ihnen immer ein besonders gutes Verhältnis nachgesagt.
Wassey: Ich habe ihm soviel zu verdanken. Das kann ich nicht zurückzahlen. Unter Hans-Werner Moors etwa hätte ich nie diese Spielanteile bekommen. Roger ist ein überragender Trainer, mittlerweile verheiratet mit dem Verein. Die Trennung verlief nun absolut sauber.

Trotzdem standen Sie zuletzt kaum in der Startelf.
Wassey: Ich war anfangs lange verletzt, als ich fit wurde, lief es fürs Team gerade nicht. Und ich habe sicher auch nicht mehr zu 100 Prozent das Vertrauen gespürt.

Auch ein Wechselfaktor?
Wassey: Ja.

Gab's viele Alternativen?
Wassey: Ja, einige. Unter anderem ein Zweitligist. Aber ich konnte mich leider nicht zeigen. Das war sehr bitter für mich, weil ich meist nur Einwechselspieler war in dieser Saison.

Im Verein kam es nicht so gut an, dass Sie so lange mit  einer klaren Ansage zögerten.
Wassey: Ich habe wenig gespielt, wollte abwarten. Das ist normal im Fußball. Die Entscheidung ist erst vor vier Wochen gefallen.

Wird Preußen Münster den Aufstieg 2010 packen?
Wassey: Der Verein gehört in die 3. Liga! Aber es wird ganz schwer. Andere Klubs legen auch mächtig zu.

  • Ansgar Brinkmann ist der neue Spielerberater von Massih Wassey. Dies bestätigte gestern Preußens Mittelfeldakteur. „Wir haben uns getroffen, es passt alles super zusammen“, erklärte Wassey.
  • Gleich sieben SCP-Spieler erhalten vor dem Anpfiff gegen den BVB Blumen zum Abschied. Wassey (Schalke) und Uwe Seggewiß (SF Lotte) haben neue Vereine gefunden. Auch die Verträge von Marius Sowislo und Robert Magos werden nicht verlängert. Gehen werden bekanntlich Keeper Michael Joswig sowie die aussortierten Simon Talarek und Selcuk Dede.
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Benutzername
Passwort
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.

gewünschter Benutzername

gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

Abonummer

Ich bin damit einverstanden, künftig über Neuigkeiten informiert zu werden

Ich habe die AGB gelesen und stimme diesen zu.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme dieser zu.

Sicherheitsfrage
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 120 - 10?   
Autor
Interview: Thomas Rellmann
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    28. Mai 2009, 18:51 Uhr
    Aktualisiert:
    28. Mai 2009, 19:11 Uhr