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Medienhaus Lensing
28.03.2009 12:28 Uhr
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China feiert 50 Jahre «Befreiung» in Tibet

Peking/Dharamsala (dpa) Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen feiert China die Besetzung Tibets vor 50 Jahren. Erstmals wird der Jahrestag der Auflösung der tibetischen Regierung am 28. März 1959 nach dem niedergeschlagenen Volksaufstand als «Tag der Befreiung von der Leibeigenschaft» begangen.

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China feiert den 50. Jahrestag der "Befreiung" in Tibet. In Indiens Hauptstadt Neu Delhi gab es wütende Proteste gegen die chinesischen Besatzer. 

Staats- und Parteichef Hu Jintao sprach in Peking von einer «guten Situation» im heutigen Tibet, die mühsam errungen worden sei und geschätzt werden sollte. Die exiltibetische Regierung kritisierte die Feiern dagegen als «provokativ». Die Tibeter in der Welt und besonders in dem Hochland begingen einen «Tag der Trauer».

Mehrere hundert Exiltibeter protestierten in Dharamsala in Indien gegen die chinesische «Unterdrückung» in ihrer Heimat und ließen Luftballons mit Botschaften der Hoffnung und Solidarität in den Himmel steigen. Die exiltibetische Regierung beklagte, seit dem Einmarsch der Volksbefreiungsarmee 1950 seien mehr als 1,2 Millionen Tibeter als Folge der kommunistischen Herrschaft ums Leben gekommen. Mehr als 6000 Klöster seien zerstört worden. Wenn die Tibeter wirklich zufrieden über die «Befreiung» wären, würden sie nicht ihr Leben riskieren, um gegen die chinesische Herrschaft zu protestieren.

In der tibetischen Hauptstadt Lhasa fanden offizielle Feiern mit 13 000 Menschen auf dem Platz vor dem Potala Palast statt, dem einstigen Sitz des 1959 nach Indien geflohenen Dalai Lama. Der Parteichef von Tibet, Zhang Qili, pries das Ende der Leibeigenschaft als Meilenstein in der Abschaffung der Sklaverei in der Welt und «ein Zeichen für Fortschritte bei den Menschenrechten». Tibet gehöre zu China und nicht «einigen Separatisten oder chinafeindlichen Kräften», zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. «Jede Verschwörung, die versucht, die Region von China abzutrennen, ist zum Scheitern verurteilt», sagte der Parteichef in einer Rede.

Internationale Tibet-Aktionsgruppen beschrieben den offiziellen Feiertag als «Propaganda-Trick». Er solle von den «katastrophalen Auswirkungen» der chinesischen Herrschaft in Tibet ablenken und die verschärfte Unterdrückung vertuschen. Durch die massiven Sicherheitsvorkehrungen aus Angst vor einem Wiederaufflammen der Unruhen um die heiklen Jahrestage in diesem Monat herrsche «de-facto Kriegsrecht» in Tibet. Peking versuche seine Kolonialisierung in Tibet mit dem Argument zu rechtfertigen, dass es «Theokratie, Feudalismus und Sklaverei» abgeschafft habe. In fünf Jahrzehnten sei es aber nicht gelungen, die Menschen in Tibet für sich zu gewinnen.

«Alles was China nach 50 Jahren bieten kann, ist eine Verschärfung der Unterdrückung als Mittel der Kontrolle über Tibeter, die sich der chinesischen Herrschaft weiter bei jeder Gelegenheit widersetzen», sagte Stephanie Brigden von der internationalen Organisation Free Tibet. «Der Jahrestag kennzeichnet für die Tibeter die Niederlage des Volksaufstandes von 1959 gegen die chinesische Herrschaft, die Auflösung der tibetischen Regierung und die Trennung von ihrem geschätzten Führer, dem Dalai Lama», sagte Kate Saunders von der Internationalen Tibetkampagne (ICT).



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