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Wien (dpa) Die Ermittlungen im Fall Hypo Group Alpe Adria werfen nun auch ein neues Licht auf das Finanzgebaren des verstorbenen österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider.
Der verstobene österreichische Rechtspopulist Jörg Haider (Archivfoto vom 22.08.2008).
Im Zuge von Ermittlungen im Fall Hypo Group Alpe Adria wurden in dem kleinen Fürstentum zwölf Briefkastenfirmen von Haider gefunden, in denen 5 Millionen Euro geparkt sind, berichtete das österreichische Magazin «profil» am Samstag. Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll das Vermögen ursprünglich 45 Millionen Euro betragen haben.
Woher das Geld stammt, ob andere Politiker darauf Zugriff hatten und wem es zugute kam, wird dem Bericht zufolge derzeit geprüft. Claudia Haider, die Witwe des früheren Kärntner Landeshauptmannes, sagte der Presseagentur APA, dass sie nichts von den Konten wisse.
Während Politiker verschiedener Parteien nach Aufklärung von Haiders Finanzgebaren riefen, waren seine einstigen Weggefährten um Schadensbegrenzung bemüht. Der Chef der Freiheitlichen in Kärnten, Uwe Scheuch, sagte ebenfalls, er wisse von nichts. «Ich kann nur ausschließen, dass die Partei in irgendeiner Form darin verstrickt ist», sagte er dem ORF.
Haiders Pressesprecher Stefan Petzner hielt seinem einstigen engen Freund am Sonntag die Treue: Richter und Staatsanwälte seien von der Regierung beeinflusst und würden versuchen, «Jörg Haider über die Hypo-Causa kaputt zu machen und Kärnten zu schaden, das lasse ich nicht zu».
Ermittler aus Österreich, Deutschland und Liechtenstein untersuchen derzeit mögliche Fälle von Untreue, Betrug und Bestechung rund um den Verkauf der inzwischen verstaatlichten Kärntner Hypo Group an die BayernLB im Jahr 2007, sowie einen möglichen Korruptionsfall rund um den österreichischen Ex-Finanzminister und Haider-Freund Karl-Heinz Grasser. Über Liechtenstein könnten Schwarzgelder an Entscheidungsträger geflossen sein. Insgesamt wurden 46 Briefkastenfirmen in Vaduz und Schaan geöffnet.
Außerdem berichteten «profil» und die Zeitung «Österreich» unter Berufung auf enge Haider-Mitarbeiter, dass die Gelder in Liechtenstein von Spenden von Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi stammen könnten. Der rechte Politiker pflegte Wirtschaftskontakte mit Libyen und war mit einem Sohn al-Gaddafis eng befreundet.
Geldflüsse an Parteien und Politiker sind in Österreich nur schwer nachzuvollziehen. Größere Spenden müssen zwar dem Rechnungshof gemeldet werden, sind dort aber unter Verschluss. Haider war bis zu seinem Unfalltod 2008 für seinen extravaganten Lebensstil und aufwendige Wahlkämpfe bekannt. Er bezog allerdings nicht nur ein Einkommen als Politiker, sondern besaß auch einen 1 600 Hektar großen Wald in Kärnten.
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