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Medienhaus Lensing
02.02.2012 12:23 Uhr
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Nordrhein-Westfalen bibbert: Jetzt kommt der Schnee

NRW Seen frieren zu, Menschen frösteln in den dicksten Winterjacken und die Affen im Zoo schlürfen vorbeugend Hustensaft: Nordrhein-Westfalen bibbert schon kräftig, aber die klirrende Kälte zieht so schnell nicht weiter. Kurzzeitig verwandeln pulverige Schneeflocken NRW in eine weiße Winterlandschaft. Dann aber gilt es, sich noch wärmer einzupacken.dpa

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Ein Mann spaziert auf dem Kahlen Asten bei Winterberg mit seinem Hund durch den Schnee. (Foto: dpa)

Denn nach strahlendem Sonnenschein fallen die Temperaturen in der Nacht zum Sonntag im Bergland auf knackig-kalte minus 20 Grad. Und Väterchen Frost verlängert seinen Besuch bis mindestens Ende kommender Woche.

Wenn zum Frost in Kürze Schnee und Glätte kommen, wird auch die Deutsche Bahn ihre Winterfestigkeit unter Beweis stellen müssen.

Schnee bleibt liegen

Bis auf ein paar Weichenstörungen und Zugausfälle gab es einem Sprecher zufolge bislang keine Probleme: „Im Großen und Ganzen läuft der Betrieb flüssig.“ Im Vergleich zum letzten Winter sei die Bahn aber auch besser vorbereitet. „Wir haben zum Beispiel Weichenheizungen aufgerüstet“ sagte der Sprecher in Düsseldorf. Die Bereitschaften der Schneeräumer seien schon erhöht worden. Die Züge würden nachts beheizt, damit Bauteile nicht einfrieren.

Die gute Nachricht für Winterfreunde: Der Schnee vom Freitag bleibt im Flachland bis zu drei, im Bergland bis zu zehn Zentimeter hoch liegen. Zuerst fällt er im Münsterland und Weserbergland. Später schneit es auch im Süden des Landes.

Skifahrer am Kahlen Asten müssen sich besonders warm anziehen: Am zweithöchsten Punkt in NRW zeigte das Thermometer schon in der Nacht zum Donnerstag minus 17 Grad an. „Die ganze Ecke ist jetzt schon lausig kalt“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Essen.

Am Wochenende noch kälter

Von Schneematsch kann bei Minusgraden im zweistelligen Bereich keine Rede sein. „In der Nacht zum Samstag klart es aber schon wieder auf, und dann wird es nochmal kälter“, sagte der DWD-Meteorologe. Auf den Kanälen in NRW haben Schiffe trotz frostiger Temperaturen freie Fahrt. „So weit sind wir noch nicht“, sagte eine Sprecherin der Wasser- und Schifffahrtsdirektion West in Münster. In den nächsten Tagen könnte es auf den Wasserstraßen aber Probleme geben.

Viele Zoos im Land schmeißen momentan noch einmal extra die Heizung in ihren Tierhäusern an. Weil ihnen sonst Füße und Ohren einfrieren, dürfen gerade Elefanten immer nur kurz ins Freie. Und sogar Pinguine bibbern: „Wir halten hier tropische Humboldtpinguine, die haben es lieber etwas wärmer“, erklärte eine Zoosprecherin in Krefeld. Deshalb seien ihre Schlafhöhlen mit Heu ausgepolstert.  In Münster haben die Amur-Tiger zurzeit eine Art Stubenarrest. Der Wassergraben, der ihr Außengehege von den Zoobesuchern trennt, ist zugefroren. Es ist eine Besonderheit von Münster, dass der Zoo bei jeder Wetterlage 95 Prozent der Tiere zeigen kann. Erdmännchen versammeln sich um Infrarotstrahler und räkeln sich.

Eis und Niedrigwasser haben inzwischen auch den Verkehr zu zwei ostfriesischen Inseln lahmgelegt. Die Fähre nach Wangerooge wurde eingestellt, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Reederei in Harlesiel im Kreis Friesland. Auch die Versorgungsfahrten nach Wangerooge und Juist wurden gestoppt. Juist sollte aber am Nachmittag von einem eistauglichen Personenschiff angesteuert werden.

Ob dies gelingt, sei jedoch fraglich, sagte ein Sprecher der Reederei Norden-Frisia in Norddeich. Mit normalen Schiffen ist auch Juist inzwischen nicht mehr erreichbar. Wenn Urlauber in den kommenden Tagen auf Nummer sicher gehen wollten, sollten sie besser einen Flug buchen, hieß es von der Reederei. 

Schneider fordert Hilfe für Obdachlose

Besonders von der Eiseskälte betroffen sind die Obdachlosen im Land, von denen laut NRW-Sozialministerium nur rund 11 000 in Notunterkünften unterkommen. Landesminister Guntram Schneider (SPD) forderte am Donnerstag, Wohnungslose sollten sich in dieser Zeit auch in U-Bahnschächten und Einkaufszentren aufwärmen dürfen. „Auch wenn Vorschriften dagegensprechen sollten, brauchen wir unkonventionelle Lösungen“, erklärte Schneider in Düsseldorf.

 In der Ukraine erhöhte sich die Zahl der Erfrorenen um 20 auf 63, wie das Zivilschutzministerium am Donnerstag mitteilte. Bei Temperaturen von stellenweise minus 30 Grad Celsius wurde die Lage dortimmer dramatischer, wie Medien am Donnerstag berichteten. Die meisten Kälteopfer dort waren Obdachlose. 

In Polen starben nach Angaben des Innenministeriums in Warschau bisher 29 Menschen. Auch hier lebten die meisten Toten auf der Straße. In Rumänien wurden bisher mindestens 22, in Bulgarien 10 Tote gezählt. In Tschechien kostete die Kälte seit Wochenbeginn mindestens vier Menschen das Leben.



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