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Münster (dpa) Anarchie, Gotteslästerung oder Aufruf zu Zivilcourage? Der Kunst-Schriftzug «Gehorche keinem» an der Universitäts- und Landesbibliothek Münster hat in der beschaulichen Domstadt für heftigen Wirbel gesorgt.
Bilder:
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| "Gehorche keinem": Kunst am Bau von Babak Saed in Münster. |
«So ein Aufruf endet letztlich damit, dass jeder macht, was er will», sagte Emanuel Hübner, Dozent am Institut für Sportwissenschaft. «Meiner Meinung nach sollte das sofort wieder abgehängt werden.» Die Uni-Bibliothek hält dagegen: Der Schriftzug sei kein Aufruf zur Anarchie, sondern Kunst.
«Es sind zwar Leuchtbuchstaben, aber es ist keine Leuchtreklame», sagte Bibliothekssprecher Matthias Kayß. «Würden diese Buchstaben an einem Polizeipräsidium hängen, hätten sie natürlich eine andere Aussagekraft.» Geschaffen wurden die großen, roten Lettern von dem Bonner Künstler Babal Saed. Das Kunstwerk ist ein Geschenk der Staatskanzlei Düsseldorf an die zweitgrößte Universität im Bundesland. Kosten: 65 000 Euro.
Für Kayß ist es keine verlorene Investition: Er begrüßt die Kontroverse um die 14 leuchtenden Lettern. «Es ist wichtig, dass Studenten lernen, kritisch mit Informationen umzugehen. Daher ist das Kunstwerk an der Universitätsbibliothek gerade richtig platziert.»
Auch Kritiker stimmen dieser Aussage zu. Allerdings sei die Formulierung «Gehorche keinem» unglücklich. Sie löse nicht den gewünschten Denkprozess aus, sagte Hübner. Stattdessen müsse es heißen: «Denkt nach, engagiert euch!» Genau das wird aber nach Ansicht des Bibliothekssprechers ausgelöst. «Jeder muss sich überlegen, was dieser Satz für einen selbst bedeuten könnte», sagte Kayß. «Dazu gehört auch, das zu hinterfragen, was der Professor sagt.»
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