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Dienstag, 09. März 2010
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Marianne Rogée
Audienz bei der Göttlichen
Von Günter Moseler am 8.02.2010 18:58 Uhr
MÜNSTER Ihr Lachen strahlte heller als ein Berg aus Gold und sie gurrte mit einem Feuerwasser-Mezzo, der wahrscheinlich jedes Männerherz in die Knie zwingt: Marianne Rogée alias Isolde Pavarotti aus der „Lindenstraße“ war der Star des Abends in der „Adam Riese Show“ am Sonntag in Münsters Pumpenhaus.
Schmiegt sich an Adam Riese: Lindenstraßen-Schauspielerin Marianne Rogée
Foto: Günter Moseler
Das Leben ist kein Wunschkonzert –  Rogées Kindheit entpuppte sich jedenfalls als eine, der man nicht im Dunkeln begegnen möchte. Früh von der Mutter getrennt, von einer Pflegefamilie aufgenommen, wies eine Lehrerin das Mädchen bei der Zeugnisübergabe grob auf ihre wahre Herkunft hin: „Noch bei späteren Klassentreffen habe ich gefragt: Ist da eine Lehrerin dabei? Die hätte ich umgebracht!“

Heimlicher Schauspielunterricht

Die in Münster geborene Rogée entdeckte bald ihre Liebe zum Theater und nahm heimlich Schauspielunterricht, es folgten Engagements am damaligen „Zimmertheater“ Münster, schließlich auch für die unendliche „Lindenstraße“.

„Johnny, wenn du Geburtstag hast“ sang Rogée zwischendurch und es war, als hörte man den Flügelschlag der Herzen, die ihr zuflogen.

Dann habe sie sich auf die Suche nach ihrer Mutter begeben, so Rogée – und sie in der münsterschen Blumenhandlung „Rogée“ gefunden. In einem Haus in Billerbeck, „so klein, als könne man ihm übers Dach streicheln“, habe die Mutter gewohnt.

Und als Hundedame Nelly den ganzen Weihnachtsbraten verputzte, sei die Mutter streng geworden, habe den Hund gerufen, der auf allen Vieren gekrochen kam, die Pfote gegriffen und gerufen: „Frohe Weihnachten, Nelly“ – und Rogée wusste: „Das ist meine Mama“. Es war der schönste Moment des Abends, er war es wert, Rogée unsterblich zu machen. So saß sie da, aufrecht und gelassen und verschenkte ihr Innerstes, eine schöne, kluge, noble Frau.

Der „Titus-Flip“

Natürlich gab es auch den Pop-Experten Krisz Kreuzer und Mascha Litterscheid, die mit klarer Stimme zwei Songs vortrug, souverän begleitet von Markus Paßlick und seinen Original Pumpernickel. Da führte der Tarzan des Skateboards, Titus Dittmann, seinen „Titus-Flip“ vor, manövrierte Moderator Riese charmant und zielsicher durch alle Stromschnellen des Minutentalks.

Aber Rogées Auftritt wirkte wie ein Pulsschlag, der aller unschuldigen Plauderei dichtes Leben einhauchte. „Nur nicht aus Liebe weinen“, auch das hatte Rogée gesungen, aber da war einem schon zum Heulen zumute – weil es so schön war.
 
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