Sehenswert
Theater in der Region
Welche Inszenierung Sie unbedingt gesehen haben müssen, auf einen Blick. mehr...
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DÜSSELDORF Das Ende der bürgerlichen Gesellschaft, der Sturz der Festung Europa ist da - zumindest im Düsseldorfer Schauspielhaus: Ein düsteres Szenario hat Tine Rahel Völcker mit "Kein Science-Fiction" geschrieben, eine Bestandsaufnahme, die das Katastrophen-Potenzial der Gegenwart auslotet. Die gemeinsam mit Regisseurin Nora Schlocker entwickelte Apokalypse feierte am Samstag Uraufführung.
Elena Schmidt verweigert sich als Kafka mit Alkohol der Arbeitswelt. (Foto: Hoppe)
Durch einen Tunnel betreten die Zuschauer den Spielraum, die Burg, Hauptsitz von Atreus, und werden von Agamemnon mit dem Befehl "Bitte nicht hinsetzen. Vielen Dank!" auf der Bühne gehalten. Im Stehen lauscht das Publikum Alexander Radenkovic, der über das Ende des Gesellschaftsmodells Mittelklasse-Familie aufgeklärt, bevor Xenia Noetzelmanns Kassandra von einer Vision heimgesucht wird. Ihre Prophezeiungen sind politische Anklagen, je düsterer diese werden, desto schwärzer wird sie - gegen Ende ist sie komplett mit schwarzer Farbe bemalt.
Engagiertes Mimen-Quartett
Ingo Tonis Agamemnon wandelt sich vom souveränen Chef in einen Verunsicherten, versteht nicht, warum der Markt sein Versprechen nicht einlöst. Schwarzhumorig ist seine Mutter gezeichnet, eine ältere, blonde Amy-Winehouse-Variante mit Whiskey-Glas, die sich als Inkarnation von Rosa Luxemburg sieht - wunderbar Elena Schmidt, die auch Kafka gibt, eine junge Frau, die sich der Arbeitswelt zu entziehen versucht. Sie trifft auf Radenkovics Serben, der in Europa - wie auch Kassandra - noch ein Versprechen sieht. - Viel Applaus für das intensive Spiel des Mimen-Quartetts im Endzeit-Szenario.
MÜNSTER Das Borchert-Theater legt nochmal nach: Das restlos ausverkaufte Theater-Spektakel „Ein Sommernachtstraum“ im Gasometer bekommt zwei weitere Zusatztermine spendiert. Der Vorverkauf beginnt nächsten Dienstag. mehr...
MÜNCHEN Günter Grass (84) dichtet wieder: Knapp zwei Monate nach seinem umstrittenen israelkritischen Text geht der Literaturnobelpreisträger in neuen Versen diesmal mit Europas Griechenland-Politik hart ins Gericht. Das Gedicht, das heute in der „Süddeutschen Zeitung“ erscheint, trägt den Titel „Europas Schande“. mehr...
BOCHUM Was da "Vor Sonnenaufgang" auf dem Bauerngut der Krauses geschieht, ist unsagbar schrecklich. Intendant Anselm Weber setzt im Bochumer Schauspielhaus einen gezielten Schock ans Ende seiner Inszenierung von Gerhart Hauptmanns Sozialdrama. Eine tiefe Verunsicherung kurz vor dem Applaus, die der Abend, der von einem blendend aufgelegten Ensemble lebt, jedoch vertragen kann. mehr...
MÜNSTER Die Krankschreibung von Anna Netrebko gilt nur bis zum 29. Mai. Nach ein paar Tagen Verschnaufpause steht sie dann schon am Samstag (2. Juni) vor Münsters Schloss. Beim lang erwarteten Open-Air-Konzert hat sie Ehemann Erwin Schrott und Jonas Kaufmann an ihrer Seite. Die drei Sänger haben dafür ihr Wunschrepertoire zusammengestellt, das sie jetzt auszugsweise veröffentlichen ließen. mehr...
Engagierte Filme aus dem Iran werden von Festival zu Festival gereicht und dort von einem Publikum begutachtet, das deren Qualitäten nicht selten nur unter dem Gesichtspunkt ihrer versteckten kritischen Aspekte beurteilt. Die in den USA lebende Exil-Iranerin Maryam Keshavarz richtet ihren Blick von Außen auf ihr Heimatland, ohne dabei auf staatliche und religiöse Zensur achten zu müssen. Das Ergebnis überrascht. mehr...
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