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Theater in der Region
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ESSEN. Kevin Costner, Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Clint Eastwood oder Sophia Loren - Renato Casaro kennt sie alle persönlich, denn er hat sie alle gemalt. Für Filmplakate. Über 100 dieser herrlich nostalgischen Werbeträger, aber auch die künstlerisch beeindruckenden Entwürfe sind jetzt im Essener Folkwang-Museum zu sehen.
Dieses Plakat zum Western "Die rechte und die linke Hand des Teufels" war so gelungen, dass die Szene nachträglich in den Film eingebaut wurde. ( Foto: Renato Casaro art studio + gallery)
"Film ist mein Hobby, mein Hobby ist mein Beruf, mein Beruf ist mein Leben, mein Leben ist der Film." Das ist das Motto von Renato Casaro (76). Das Deutsche Plakat Museum, das im Folkwang-Museum eine neue Heimat gefunden hat, stellt den italienischen Künstler unter dem Titel "Gemalter Film" zum ersten Mal aus - und das ist gleich ein knallbunter Knüller. Plakate zum Bond-Film "Sag niemals nie", lustige Motive zu den Prügelwestern mit Terence Hill und Bud Spencer oder bestechend schlichte Motive zum "Letzten Kaiser" (preisgekrönt als bestes Filmplakat in den USA 1988) machen einfach Spaß.
"Die Bibel" machte ihn berühmt
Mit 17 Jahren bemalte Casaro seine erste Werbefläche am Kino seiner Heimatstadt Treviso. Als Lohn gab´s nur freien Eintritt. Doch das Lichtspiel boomte, die Werbearbeiten zum Kolossalfilm "Die Bibel" von Dino de Laurentiis machten Casaro weltweit bekannt.
"Die Stars haben ihn immer sehr gemocht", weiß René Grohnert, Leiter des Plakat-Museums. Denn auf der einen Seite malte Casaro charismatische Porträts. Auf der anderen Seite wusste er den Ausdruck der Gesichter dem Film anzupassen. So wirkt John Wayne auf dem Plakat zum Western "Red River" nachdenklich, auf der Werbung für den Kriegsfilm "Sands of Iwo Jima" kantig und hart.
Kevin Costner war begeistert
Noch 1990 war Kevin Costner begeistert vom Plakat zu "Der mit dem Wolf tanzt" - Casaros später preisgekröntes Motiv, eigentlich für den südeuropäischen Markt gedacht, erschien auf Wunsch des Schauspielers auch auf den US-Plakaten. "Ganz normal" sei Kevin Costner, erzählt der sympathische Casaro, der mit seiner deutschen Frau Gabriele nach Essen gekommen war.
Maler schätzt Bernardo Bertolucci
Ein einziges Motiv zu finden, das einen ganzen Film symbolisiert, sei das Schwierigste an seiner Arbeit, erklärt Casaro. Woher die Eingebung kommt? "Von Gott", antwortet der Maler lächelnd. Aber hilfreich war über Jahrzehnte auch die Sorgfalt, mit der Casaro Dreharbeiten auf der ganzen Welt begleitete, mit Schauspielern und mit Regisseuren diskutierte - von denen er bis heute Bernardo Bertolucci am meisten schätzt.
Heute lebt der Künstler in Marbella
1998 beendete Casaro, der als der "letzte große Plakatmaler" gilt, seine Karriere. Heute lebt er im spanischen Marbella. Kinoplakate werden längst am Computer gemacht. So viel Seele wie die Entwürfe von Renato Casaro haben sie nicht mehr.
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