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Medienhaus Lensing
10.02.2012 19:00 Uhr
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Berlinale: Thomas Horn begeistert in einem Film von Stephen Daldry

BERLIN Talentprobe bei der Traumabewältigung: Auf der Berlinale läuft Stephen Daldrys 9-11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah" mit einem sensationellen jungen Hauptdarsteller.Von Patrick Wildermann

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Max von Sydow (l.) und Thomas Horn in Berlin. (Foto: dpa)

Alles, was aus Hollywood kommt, steht unter Filmkritikern auf der Berlinale ziemlich schnell unter Kitschverdacht. Aber da kommt Festivalleiter Dieter Kosslick, ausgewiesener Kinopatriot, den Journalisten in diesem Jahr besonders entgegen.

Wo sein Vorgänger Moritz de Hadeln sich noch regelmäßig vorhalten lassen musste, den Berlinale-Wettbewerb als Resterampe für amerikanische Großproduktionen zu missbrauchen, zeigt Kosslick gerade mal einen Film mit Hollywood-Starpower. Und die relativiert sich auch schnell.

Außer Konkurrenz

"Extrem laut und unglaublich nah" heißt das Werk des britischen Regisseurs Stephen Daldry, das nun außer Konkurrenz im Wettbewerb lief. In tragenden Rollen: Tom Hanks und Sandra Bullock, die beide nicht den Weg nach Berlin gefunden haben.

Macht aber nichts, denn im Mittelpunkt des Films steht ein ganz anderer Schauspieler, der gerade mal 14 Jahre alt ist und Thomas Horn heißt.

Fotostrecke Schönes und Schräges bei der Berlinale


Aus der Perspektive des Jungen ist der Film erzählt, der sich Amerikas großem Trauma widmet: dem 11. September 2001. Thomas Horn spielt Oskar Schell, dessen Vater (Tom Hanks) bei den Anschlägen auf das World Trade Center ums Leben gekommen ist.

Und zuvor noch sechs Nachrichten auf den Anrufbeantworter gesprochen hat. Eines Tages entdeckt Oskar darin einen mysteriösen Schlüssel. Und begibt sich, bald in Begleitung seines stummen Großvaters (eine Wucht: Max von Sydow), auf Spurensuche quer durch New York.

Gespaltene Kritik

In den USA hat der Film die Kritik gespalten, bei der Pressevorführung im Berlinale-Palast ebenso: die Hälfte weinte, die andere schnarchte oder stöhnte. Es ist aber - trotz süßlichem Ende - ein sehenswerter Film: allein wegen der sensationellen Leistung von Thomas Horn, der auf der Pressekonferenz mit Witz und Schläue auffiel.

Bis er beim Casting entdeckt wurde, hatte der Junge gar nicht vor, Schauspieler zu werden. Und jetzt? "Jetzt überlege ich es mir ernsthaft", grinste er verschmitzt.

Übrigens hat Filmemacher Klaus Lemke vor dem Berlinale Palast doch noch "blankgezogen". Aus Protest gegen seine Nicht-Einladung zeigte er seinen nackten Hintern und riet Festival-Chef Kosslick, doch lieber eine Koch-Olympiade zu veranstalten.


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