Kulturhauptstadt-Eröffnung: Dick vermummte Prominenz auf dem "roten Teppich"
ESSEN Man musste zweimal hinschauen um die Gäste des Festaktes zur Eröffnung der Kulturhauptstadt zu erkennen. Dick eingepackt liefen sie über den Teppich auf Zollverein. Prominente wie Oliver Bierhoff, Sönke Wortmann, Marie-Luise Marjan und Norbert Lammert strotzten dem Wetter.
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Einer der ersten, die eintrafen, war Dortmunds Kulturdezernent Jörg Stüdemann. Unter den dicken Sachen trug er Hemd und Krawatte. Er sagte, er freue sich riesig, dass die Kulturhauptstadt endlich losgeht. Über die Verzögerung der U-Turm-Eröffnung ist auch er enttäuscht. Am Donnerstag soll der Rat zu dem Thema noch mal beraten. Stüdemann verriet, dass das Architekturbüro Gerber Probleme mit den Baufirmen hat. So sollte das Dach eigentlich schon am 31. Dezember fertiggestellt sein.
Bochums Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz und Kulturdezernent Michael Townsend äußerten sich zum Konzerthaus in Bochum. Scholz: "Man die ganze Kulturhauptstadt nicht vom Konzerthaus in Bochum abhängig machen." Townsend: "Wir hoffen, dass sich das mit den EU-Mitteln in Kürze entscheidet. Die Robustheit, die die Kulturhauptstadt braucht, ist auch in finanziellen Dingen gefragt."
Der Vorstand der Stiftung "Jedem Kind ein Instrument" (JeKi), Manfred Grunenberg und Gabriele Spengler, war zuversichtlich, dass die Kulturhauptstadt nicht nur ein buntes Jahr ist, sondern Strukturaufbau betrieben wird. Beide freuen sich auf das nächste schuljahr, denn dann kommen zu den rund 43.000 Kindern, die an JeKi teilnehmen, nochmal so viele. Außerdem freuen sie sich über die Zusicherung, dass das Projekt über das Jahr 2013 hinausgeht.
Mit Humor nahm Hannelore Kraft, die SPD-Landesvorsitzende, das Wetter: "Nur die Harten kommen in den Garten!" Sie schützte sich mit Skiunterwäsche. Eigentlich wollte sie einen roten Schal tragen, "doch der war zu dünn." Zu Einsparungen, die oft in der Kultur beginnen, sagte sie: "Man muss aufpassen, dass man die Kultur nicht kaputt spart." Kultur sei essentiell.
Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) ist sich sicher, dass die Kulturhauptstadt europaweit wahrgenommen wird. "Ich bin zum Beispiel in Frankreich intensiv darauf angesprochen worden."
Wortmann und Bierhoff waren fast die letzten, die über den Teppich gingen. Kurze Zeit später, als kaum noch jemand am Teppich war, kam es zu einem kleinen Protestaufmarsch.
Sechs bis acht Demonstranten holten aus ihren Rucksäcken weiße Masken und rote Pullis mit der Aufschrift "Die Überflüssigen". Die zogen sie schnell über und marschierten über den Teppich.












