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Theater in der Region
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Ribbeck (dpa) Der Herr von Ribbeck im Havelland schaut, die Stirn ein wenig gerunzelt, hinüber zum Schloss. Seine Worte wählt er mit Bedacht. «So wie es jetzt gemacht ist - optisch und finanziell - bin ich voll einverstanden.»
Das sanierte Schloss Ribbeck im Havelland wird am ersten Juliwochenende wieder eröffnet.
Von seinem Badezimmer aus sehe er jeden Tag auf das frisch renoviert strahlende, einstige Herrenhaus seiner Familie im beschaulichen Ort Ribbeck, den Theodor Fontane einst mit seinem Gedicht «Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland» bekanntmachte. «Dann freu' ich mich schon», meint Friedrich-Carl von Ribbeck, Enkel des letzten Herrn auf Gut Ribbeck. Ins Schloss wird er nie mehr einziehen. Es gehört dem Landkreis, der es am kommenden Wochenende mit einem großen Fest feierlich eröffnet.
Nur wenige Schritte sind es von dem Neubau, in dem von Ribbeck seit Ende der 1990er Jahre wohnt, bis zum berühmtesten Birnbaum Deutschlands. Er hängt voll mit kleinen Birnen, die zur goldenen «Herbsteszeit» wieder von den zahlreichen Touristen gepflückt werden. «Jeder will sich dann eine Birne mitnehmen, ist doch klar», sagt Sonja Hermann, Geschäftsführerin der Schloss Ribbeck GmbH. Denn schließlich schrieb Fontane (1819-1898) einst, wie sich der Herr von Ribbeck die Taschen mit Birnen vollstopfte und den Mädels zurief: «Lütt Dirn, Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn.»
Der heutige, erst vor wenigen Jahren gepflanzte Birnbaum mitten auf dem idyllischen Anger des 320-Seelen-Dorfes neben der kleinen Kirche ist längst nicht mehr das «Original». Dieses hatte 1911 ein Sturm dahingerafft. Dennoch lockt auch der Nachfolger jährlich 20 000 bis 30 000 Touristen, wie Hermann betont. Sie sprüht vor Elan, ist vor dem großen Tag aber aufgeregt, an dem das 30 Kilometer westlich von Berlin gelegene Ribbeck nicht mehr «nur» Birnbaum sein soll.
Die Renovierung des Schlosses hat 5,6 Millionen Euro gekostet. Ein Museum unter anderem zu Fontane wird es beherbergen, im Garten soll es ein Café und eine kleine Bühne für Theater geben. Auch geheiratet werden kann in dem 1893 auf den Grundmauern eines niedergebrannten Herrenhauses errichteten Gebäudes.
Der Familienbesitz samt Schloss, auf dem die von Ribbecks von 1237 an residierten, geriet im Zweiten Weltkrieg in die Hände der Nazis. Der letzte Schlossherr kam 1945 im KZ Sachsenhausen ums Leben. Noch im selben Jahr wurde der Besitz enteignet. Zu DDR-Zeiten war im Schloss ein Altersheim untergebracht. Nach der Wende endete ein jahrelanger Streit um Rückübertragung mit einem Vergleich. «Es hat eine Weile gedauert, bis wir uns mit der Idee angefreundet haben, dass der Kreis das Schloss besitzt», sagt von Ribbeck und blickt, kurz in sich gesunken, wieder die wenigen Meter hinüber.
«Eine Sanierung hätte meinen persönlichen finanziellen Rahmen aber auch gesprengt.» Übrigens: Dass von Ribbeck das berühmte Gedicht beherrscht, steht wohl außer Frage und auch die alt eingesessenen Ribbecker dürften es wohl alle recht fehlerfrei rezitieren können. Neu-Bürger Siegfried Krüger streicht sich dagegen etwas verlegen über den Kopf: «Nee, noch kann ich es nicht. Aber bis zur Schloss-Eröffnung schau ich mal, wie weit ich komme.»
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