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Medienhaus Lensing
05.02.2010 22:37 Uhr
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Konzert in Münster: 2009 war für Milow wie ein Wunder

MÜNSTER Milows Traum ist wahr geworden: Er spielt vor großem Publikum. Am Donnerstagabend spielte er im Jovel in Münster vor 1500 Leuten.Von Johannes Wallat

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Jonathan Vandenbroeck alias Milow gastierte am 4. Februar 2010 im Jovel in Münster. (Foto: Heiner Witte)

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Milow völlig unbekannt. Da tingelte er mit seiner Gitarre durch Bars und Kneipen und spielte vor Gästen, die mehr an ihrem Bier als an seiner Musik interessiert waren.

Damals hatte Milow einen Traum: Er wollte berühmt werden, einen Plattenvertrag bekommen und mit seiner Musik die Welt erobern. Dabei schielte er nicht etwa nach den Vereinigten Staaten wie viele seiner Artgenossen. Für ihn lag das persönliche Glück ein Stück weiter nördlich, in der Heimat von Singer/Songwriter Neil Young.

Damals träumte Milow davon, nach Kanada auszuwandern, sein großes Vorbild zu treffen und ganz groß herauszukommen. Davon erzählt der Song „Canada“, und zumindest der Traum vom Ruhm ist wahr geworden.
Zwei Singles reichten aus, um den sympathischen jungen Belgier im letzten Jahr zum Shooting Star zu machen. Jetzt laufen seine Songs im Rundfunk rauf und runter. Abends spielt er regelmäßig in vollen Häusern. Besonders die deutschen Fans liegen ihm zu Füßen. So richtig begreifen kann er es selbst noch nicht.

„Wir lieben dich!“

„2009 war wie ein Wunder!“, erzählt Milow am Donnerstagabend den rund 1500 Fans im ausverkauften Konzert in Münsters Jovel. Das Echo aus dem Publikum könnte eindeutiger nicht sein: „Wir lieben dich!“
Wie könnte man auch anders? Milow hat alles, was ein Popstar mit Profil braucht: gute Songs, eine tolle Stimme, Charakter – und eine hervorragende Band. Zwischen den Stücken plaudert er entspannt drauflos und präsentiert stolz seine Deutschkenntnisse aus dem Lehrbuch: „Wann kommt der Bus? Ich wohne in der Moselstraße.“ Was man eben so lernt an belgischen Schulen.
Milow ist auf dem Boden geblieben. Von Starallüren keine Spur. Ein freundlicher, bescheidener Typ. Und witzig dazu. Nur seine Musik nimmt er ernst.

Wer Vergleiche ziehen will, kommt an den großen Namen nicht vorbei: Die Eröffnung ist eine Rockballade mit großer Geste im Springsteen-Format, manches erinnert an REM, und auch Coldplay und Sting bieten sich als Referenzen an. Die flotteren Poprock-Nummern ziehen gut durch und animieren die Fans zum eifrigen Mitklatschen. Das ist gutes Radiofutter.

Milow kann auch ruhig sein

Doch Milow kann auch sanft und introvertiert. Bei den ruhigeren Akustiknummern, vielfach veredelt durch dreistimmige Harmonien und Slide-Gitarre, kommt seine Stimme voll zur Geltung. Und der Einfluss von Country und Americana von James Taylor oder Crosby, Stills & Nash wird hier besonders deutlich. Milow schüttelt die Songs souverän aus dem Handgelenk wie ein alter Hase.
Nach 90 Konzertminuten ist es unmöglich, diesen Belgier nicht zu mögen. Großer Applaus! 


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