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Medienhaus Lensing
27.01.2010 18:48 Uhr
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Ausstellung: Das Erbe dreier Schwestern in Osnabrück

OSNABRÜCK Pionierarbeit leistet das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück mit der Ausstellung des künstlerischen Nachlasses von Käthe Loewenthal (1878-1942) und ihren Schwestern Agnes Schaefer (1882 - 1933) und Susanne Ritscher (1886 - 1975).Von Elvira Meisel-Kemper

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Agnes Schaefer (1882 - 1933) fotografierte ihre Tochter Gertraudt in olympischem Kostüm. (Foto: Elvira Meisel-Kemper)

In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, als Frauen noch keine Kunstakademie besuchen durften, gingen die drei selbstbewusst, weltoffen und zielstrebig ihren Weg als Künstlerinnen. So genannte „Damenakademien“ ermöglichten die beliebte Nischenausbildung.

Erste Erfolge

Käthe Loewenthal widmete ihr Leben ganz der Kunst. In Bern lernte sie Ferdinand Hodler kennen, in Paris Leo von König und in München Adolf Hölzl. Erste Erfolge stellten sich ein. Sie malte unter dem Eindruck der drei Malergrößen Stillleben, die klassisch aufgebaut sind, Landschaften, die bizarre Details zeigen, und kubistisch beeinflusste Porträts. Viele Ansichten von Hiddensee, wo Susanne 1912 ein Fischerhaus gekauft hatte, befinden sich unter ihren Arbeiten.

Die mittlere Schwester Agnes startete nach der Scheidung 1918 künstlerisch durch. Sie wurde Fotografin und wanderte 1923 auf dem Höhepunkt der Inflation nach Griechenland aus. Sie fotografierte die antiken Stätten, die Landschaft, die Menschen, darunter Prominente wie den Komponisten Emil von Sauer.

Susanne hatte 1915 nach der Eheschließung die Malerei an den Nagel gehängt. Erst 1950 wagte sie, allerdings ganz privat, den künstlerischen Neuanfang.

Es waren keine grundlegenden stilistischen Innovationen, die die drei Schwestern vollbrachten, aber sie schrieben kleine Kapitel der Emanzipation. Das Malverbot 1933 erinnerte sie barbarisch an ihre jüdische Herkunft. Käthe starb unverheiratet 1942 im Konzentrationslager Ghetto Izbica in Polen. Agnes beging 1933 – wahrscheinlich unter dem Eindruck der so genannten „Machtergreifung“ Hitlers – Selbstmord. Susanne war von 1915 bis 1934 mit dem Kapitän Alfred Ritscher verheiratet. Sie überlebte den Holocaust in einem Versteck auf der Schwäbischen Alb, starb 1975 im Alter von 89 Jahren.

Dezimiertes Werk

Familie und Freunde sicherten den Bestand des dezimierten Werkes der Künstlerinnen und erhielten die Erinnerung an sie wach. Nicht zuletzt mit dieser eindrucksvollen Ausstellung, in der die Bilder erstmals öffentlich gezeigt werden.
 
Bis 7. Februar, Di bis Fr 11-18 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr.


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