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Medienhaus Lensing
16.03.2010 18:22 Uhr
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Interview: "Denken lohnt sich": Vince Ebert und die Intelligenz

MÜNSTER Vince Ebert (41) hat Physik studiert und ist heute Kabarettist. Ein erfolgreicher. Mit seinem vierten Programm „Denken lohnt sich“ tourt er schon seit drei Jahren durchs Land, erklärt, warum Cola light schwimmt und Cola nicht, bringt sein Publikum mit Witz und Wissenschaft zum Lachen. Am 21. März (Sonntag) um 19 Uhr ist er in der Halle Münsterland. Redakteurin Sabine Müller erwischte ihn, zunächst etwas abgehetzt, am Telefon.Von Sabine Müller

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Vince Ebert gastiert am Sonntag (21. März 2010) im Congress-Saal der Halle Münsterland mit seinem Programm: "Denken lohnt sich". (Foto: pd)

Haben Sie Stress?
Ebert: Ach, ich hab gerade fünf Tage im Norden gespielt und schreibe an meinem neuen Buch.

Was für ein Buch?
Ebert: Ein Buch über die Freiheit, parallel zum neuen Programm über die Freiheit. Beides kommt im September raus. Ich habe dafür spannende Leute interviewt. Hirnforscher Gerhard Roth erzählt etwas über den freien Willen, Artur Fischer, Erfinder des Fischer-Dübels, befrage ich zu Geistesblitzen, eine Nonne habe ich gefragt, was jemanden dazu treibt, seine Freiheit zu beschränken.

Vermissen Sie manchmal die Arbeit als Physiker?
Ebert: Nein. Weil ich weiß, wie wissenschaftliches Arbeiten ist. Die landläufige Meinung, die man von Wissenschaftlern hat, dass sie im Labor sitzen, Experimente machen und nur mit 30, 40 Leute darüber reden können, die stimmt! Vor 100 Jahren war es noch spannend, Physik zu machen. Das ist vergleichbar mit dem, was heute in der Hirnforschung passiert.

Warum haben Sie dann überhaupt Physik studiert?
Ebert: Ich wollte die großen Zusammenhänge begreifen, wollte wissen, was die Welt zusammenhält. Relativitätstheorie, Quantenmechanik ... Wir können zurückgucken, was vor 13 Milliarden Jahren passierte!

Sie haben ihr Diplom mit der Note 1,7 abgeschlossen. Das ist ja nicht schlecht. Warum sind Sie trotzdem weg von der Physik?
Ebert: Ich habe sehr viel Marktforschung gemacht, weil ich wissen wollte, wie Märkte funktionieren. Doch stattdessen habe ich mit Anfang 30 Leuten erzählt, wie sie ihr Unternehmen führen sollen. Das war so viel heiße Luft! Das hat mich in eine schwere Krise gestürzt. Der Leidensdruck war sehr groß und über viele Zufälle bin ich dann zur Bühne gekommen.

In einem anderen Interview haben Sie auf die Frage geantwortet, sie wollten ran an die Frauen.
Ebert: Ja, auch. Das sagt man dann immer so. Das ist die Metaebene.

Waren Sie ein Streber?
Ebert: Nein, das nicht. Ich war fleißig in der Schule. Mathe und Physik fielen mir immer leicht. Ich war aber auch in Sport gut.

Tatsächlich?
Ebert: Ich bin ein bisschen aus dem Physiker-Klischee rausgefallen.

Aber vor ein paar Jahren, als Sie mit dem Programm „Physik ist sexy“ tourten, sahen Sie nicht gerade sexy aus.
Ebert: Ach, das waren die längeren Haare. Das war Rebellentum. Nach der ganzen geschniegelten Unternehmensberatungszeit wollte ich wild sein. Ein Rock’n’Roller. Naja, das ist vorbei.

Sie heißen eigentlich Holger. Wie kam es zu Vince?
Ebert: Von Vince Weber. Das ist ein Blues- und Boogie-Pianist. Den hab ich früher rauf und runter gehört. Und irgendwann war der Name da. Selbst meine Eltern sagen mittlerweile Vince zu mir.

In Ihrem Programm behaupten Sie, dass unintelligente Menschen sich meist für intelligent halten.
Ebert: Ja, Untersuchungen belegen das! Unintelligente Menschen können sich schlecht einschätzen. Das finde ich sehr lustig! Zu mir ins Programm kommen auch sehr viele wissenschaftliche Koryphäen, und ich erlebe immer wieder, wie bescheiden sie sind, wie demutsvoll sie reden. Sie sind sich bewusst, wie wenig sie verstehen und wissen.

Ist man glücklicher, wenn man nicht so viel nachdenkt?
Ebert: Wenn man den Sachen auf den Grund geht, weiß man nie, ob man am Ende angekommen ist, man lebt in Ungewissheit. Ich beneide manchmal meine Katzen. Die schlafen, essen und lassen sich von mir kraulen.

Stehen Frauen auf intelligente Männer?
Ebert: Ja.

Und umgekehrt?
Ebert: Nein. Männer stehen auf Jugendlichkeit, eine schöne Figur. Evolutionsbiologisch macht das Sinn. Die 50 Jahre Emanzipation haben die zwei Millionen Jahre Evolution noch nicht eingeholt.

Sind Sie gerade verliebt?
Ebert: Ja, seit fünf Jahren.

In eine intelligente Frau?
Ebert: Ja, in eine sehr intelligente Frau. Und in eine sehr hübsche. Das schöne ist: Es ist in beiden Fällen die gleiche!
  • Termin: Sonntag (21. März), 19 Uhr, Congress-Saal, Halle Münsterland.
  • Karten von 24,20 bis 34,10 Euro bei Münsterland-Ticket unter Tel. (0251) 6 09 49 10.


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