http://ad.de.doubleclick.net#oms.muenstersche-zeitung.de#entertainment#dcopt=ist;#996937263#728#90#2
http://ad.de.doubleclick.net#oms.muenstersche-zeitung.de#entertainment##197518878#120#600#3
Medienhaus Lensing
31.01.2012 18:55 Uhr
Schriftgröße: A A A

Ausstellung Josef Hendel: Jeanne d'Arc tanzt

MÜNSTER Das Pferd von Don Quichotte bäumt sich auf, der Reiter umklammert mit seinen dünnen Beinchen den Leib des Tieres. Neben ihnen, nur wenig größer, ein Kirchturm mit Uhr. Und ein Federstrich-Dickicht, in dem sich Figuren befinden. Irgendwo da drin ist Sancho Pansa. Unheimlich und wild ist die Szene, die Josef Hendel (1897-1993) auf Papier brachte. 60 seiner mystischen Federzeichnungen sind ab Donnerstag in der Bezirksregierung Münster zu sehen.Von Sabine Müller

«
1/1
»

Zeichung von Josef Hendel (Foto: Sabine Müller)

Josef Hendel war dem Münsterland tief verbunden. Nach schrecklichen zwei Weltkriegen, in denen er an der Front kämpfte, zog er 1960 mit seiner Frau Maria Speckamp, ebenfalls Künstlerin, nach Vreden, später nach Altenberge und nach Borghorst. Ihren Lebensabend verbrachten sie in Neuenkirchen.

Hier fand Josef Hendel auch künstlerisch sein Zuhause. Die Gemeinde erwarb im Jahr 1991 alle noch im Besitz des Künstler befindlichen Werke. Über 1500 waren es. Überwiegend Federzeichnungen, aber auch Holzschnitte, die in den 1920er Jahren für Aufsehen gesorgt hatten, Radierungen, Aquarelle und Ölgemälde. Hendel war so angetan und beruhigt, sein Werk in guten Händen zu wissen, dass er der Gemeinde auch seinen Nachlass anvertraute. Dieser wird in Neuenkirchen im „Hendel-Zimmer“ aufbewahrt.

Die Bilder in der Schau „schwarz auf weiß“ lassen ahnen, wie reich Hendels Fantasie war. Eigentümlich sind sie alle. Es gibt düstere und verstörende Szenen aus den 50er und 60er Jahren, in denen er anscheinend seine Kriegserlebnisse verarbeitete. In „Die feindlichen Brüder“ oder „Zimmer Nr. 97“ sieht man Leid, Qual und Gewalt in den Blicken der Menschen, in den wilden Strichknäueln sind deutlich Waffen zu erkennen.

Meisterhafter Strich

Hendels Strichführung ist meisterlich. Man erkennt das Kunststudium, das er 1923 in München begann, man sieht, dass er bei Meistern in die Lehre gegangen ist. Immer wieder tauchen auf den Bildern dichte, fast chaotische Strichballungen auf, in denen der Künstler Figuren versteckt, die man meist erst auf den dritten Blick erahnt. Doch selbst auf den feinen, nur mit wenigen Umrissen gestalteten Szenen bleibt ein gewisses Maß an Unsicherheit, was für Motive das eigentlich sind, in welchen Gedankenwelten der Künstler dort forscht.

Fasziniert haben ihn auf jeden Fall starke Frauen. Jeanne d‘Arc tanzt bei ihm entrückt mit entblößter Brust und, so ahnt man, gelöstem Strumpfband. Hendel hat sie in dem Moment „nach den Visionen“ eingefangen. Schon in der Pubertät erschienen der französischen Nationalheldin Heilige.

Passend dazu hängt direkt daneben die heilige Bernadette, die ebenfalls schon als Mädchen eine Marienerscheinung hatte. „Bernadette sieht die Dame entschwinden“ zeigt eine Gestalt von hinten, von rätselhaften Kreisen umgeben. Auf einem anderen Bild scheint Bernadette in einer Kirche zu schweben: „Bernadette in den Zangen des Klerus“.

Halbes Frauenantlitz

Wunderschön ist die Zeichnung „Die Phalanx“. Dem Porträt des Bildhauers Tilman Riemenschneider (1460-1531) stellt er ein nur halb fertiges Frauenantlitz an die Seite. „Eva“ und „1493“ steht auf dem Blatt. Riemenschneider schuf 1493 eine Eva-Skulptur für die Würzburger Marienkapelle. Vielleicht symbolisiert das leere Gesicht die Züge der Eva, die Riemenschneider so lange für seine Plastik suchte. Oder Hendel verweist auf den nach innen gekehrten Blick, der die Figuren des Bildhauers so besonders macht.

Bis 17. Februar, Eröffnung Do (1.2.), 17 Uhr. „Schwarz auf weiß“, Bezirksregierung Münster, Domplatz 1-3, Mo bis Fr 8 .30 - 16.30 Uhr.


Theater-Spektakel im Gasometer

1

Zwei weitere Aufführungen für "Sommernachtstraum"

Viel Action, ausgefallene Kostüme, eine atemberaubende Kulisse - der Sommernachtstraum ist ein Spektakel. Über 18.5000 Zuschauer wollen es sehen.

MÜNSTER Das Borchert-Theater legt nochmal nach: Das restlos ausverkaufte Theater-Spektakel „Ein Sommernachtstraum“ im Gasometer bekommt zwei weitere Zusatztermine spendiert. Der Vorverkauf beginnt nächsten Dienstag. mehr...

"Europas Schande"

2

Günter Grass kritisiert mit Griechenland-Gedicht

Günter Grass hat ein neues Gedicht geschrieben. Nach seiner umstrittenen Israelkritik nimmt er sich nun Europas Umgang mit Griechenland vor.

MÜNCHEN Günter Grass (84) dichtet wieder: Knapp zwei Monate nach seinem umstrittenen israelkritischen Text geht der Literaturnobelpreisträger in neuen Versen diesmal mit Europas Griechenland-Politik hart ins Gericht. Das Gedicht, das heute in der „Süddeutschen Zeitung“ erscheint, trägt den Titel „Europas Schande“. mehr...

Schauspielhaus Bochum

3

Dietmar Bär glänzt in "Vor Sonnenaufgang"

Xenia Snagowski (Helene), Claus D. Clausnitzer (Krause) und Maja Beckmann (Miele) auf der Bochumer Bühne.

BOCHUM Was da "Vor Sonnenaufgang" auf dem Bauerngut der Krauses geschieht, ist unsagbar schrecklich. Intendant Anselm Weber setzt im Bochumer Schauspielhaus einen gezielten Schock ans Ende seiner Inszenierung von Gerhart Hauptmanns Sozialdrama. Eine tiefe Verunsicherung kurz vor dem Applaus, die der Abend, der von einem blendend aufgelegten Ensemble lebt, jedoch vertragen kann. mehr...

Konzert am 2. Juni

4

Was Anna Netrebko vor Münsters Schloss singt

Erwinn Schrott, Anna Netrebko und Jonas Kaufmann: So könnte es am 2. Juni in Münster aussehen.

MÜNSTER Die Krankschreibung von Anna Netrebko gilt nur bis zum 29. Mai. Nach ein paar Tagen Verschnaufpause steht sie dann schon am Samstag (2. Juni) vor Münsters Schloss. Beim lang erwarteten Open-Air-Konzert hat sie Ehemann Erwin Schrott und Jonas Kaufmann an ihrer Seite. Die drei Sänger haben dafür ihr Wunschrepertoire zusammengestellt, das sie jetzt auszugsweise veröffentlichen ließen. mehr...

Im Kino: "Sharayet"

5

Lesbische Liebe in Zeiten religiöser Diktatur

Liebe ohne Zukunft: Atafeh und Shireen sind sich näher, als es der Staat erlaubt.

Engagierte Filme aus dem Iran werden von Festival zu Festival gereicht und dort von einem Publikum begutachtet, das deren Qualitäten nicht selten nur unter dem Gesichtspunkt ihrer versteckten kritischen Aspekte beurteilt. Die in den USA lebende Exil-Iranerin Maryam Keshavarz richtet ihren Blick von Außen auf ihr Heimatland, ohne dabei auf staatliche und religiöse Zensur achten zu müssen. Das Ergebnis überrascht. mehr...

Kultur erleben

Sehenswert

Theater in der Region

Welche Inszenierung Sie unbedingt gesehen haben müssen, auf einen Blick.  mehr...

Rundgang

Ausstellungen in der Region

Von Malerei bis Fotografie: Ein Rundgang durch diese Ausstellungen lohnt sich.  mehr...

Hörenswert

Konzerte in der Region

Egal ob Operette, Oper oder Philharmonie: Welche Konzerte sich wirklich lohnen.  mehr...

Willy Decker, der Intendant der Ruhrtriennale.

Überblick

Ruhrtriennale 2012

Auf der Bühne, in Konzerten und Lesungen: Das ist bei der Ruhrtriennale los.  mehr...

Beim Bücher-Schnäppchenmarkt lassen sich bestimmt ein paar "Glücksgriffe" finden.

Neuer Lesestoff

Bücher

Einschlafhilfe oder lesenswert? Diese Schmöker sind druckfrisch im Regal.  mehr...

Scrat aus "Ice Age 3" wirkt in 3D noch possierlicher.

Filmkritiken

Kino

Welcher Streifen lohnt sich wirklich? Das sind die Tops und Flops auf der Leinwand.  mehr...

http://ad.de.doubleclick.net#oms.muenstersche-zeitung.de#entertainment##609410887#300#250#4
Kontakt | Impressum | AGB | Datenschutz

Weitere Angebote aus dem Medienhaus Lensing:
RuhrNachrichten.de | DorstenerZeitung.de | HalternerZeitung.de | GrevenerZeitung.de | EmsdettenerVolkszeitung.de | MünsterlandZeitung.de
Heja-BVB.de | Nahraum.de | Immomia