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Medienhaus Lensing
17.02.2010 19:14 Uhr
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Ausstellung: Künstlerkreis TUN - Blicke hinter den Nebel

MÜNSTER Das Thema klingt gefährlich: Auflösung. Widmet sich Münsters Künstlergemeinschaft TUN der Wirtschaftskrise, der Arbeitslosigkeit, der Finanzblase? Mitnichten!Von Manuel Jennen

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Erika Krumholz' Gänseschwarm nimmt die Sehnsucht nach Wärme und Sommer mit. (Foto: Manuel Jennen)

TUN ist keine Abkürzung, sondern bedeutet schlicht „tun“, machen. Die 13 tatkräftigen Künstler beschwören bei ihrer Jahresausstellung in Münsters Haus der Niederlande denn auch nicht die Krise, sondern interpretieren „Auflösung“ vor allem mit künstlerischen Mitteln der Farbe, der Form oder des Motivs.

Auflösung findet etwa in angenehmen Landschaftsgemälden statt, die mysteriös im Dunst verschwimmen. Bei Dagmar Keßler sind Himmel und Meer eine blaugraue Einheit, der Horizont nur eine vage Ahnung. Jutta Denninger spiegelt die Fassade eines weißen Hauses im Wasser eines Sees und lässt sie dabei bis zur Grenze der Abstraktion in Grün- und Brauntönen verschwimmen.

Die schönste Auflösung in der Natur inszeniert Erika Krumholz, die einen gewaltigen Gänseschwarm in den nebligen Himmel starten lässt – vielleicht auf Kurs in den warmen Süden.

Erinnerung an den Kubismus

Die Auflösung des Motivs in Farbfelder war das Kennzeichen des Kubismus. Dr. Hans Diesperger erinnert an diese Kunstrichtung in seinen leuchtenden Gemälden, die der stärkste Blickfang der Ausstellung sind.

In „Tanztheater“ bewegen sich die schemenhaften Körper im Licht eines Scheinwerfers durch blaue und rote Drei- und Vierecke, eine mitreißend dynamische Komposition. „Nach dem Tod“ zeigt ein geisterhaftes Gesicht unter einem Leichentuch, das von glühenden Visionen aus dem Jenseits umspielt wird.

Gemeinsam diskutieren

Die Künstler des TUN-Kreises arbeiten nicht isoliert vor sich hin: Bei monatlichen Treffen werden neue Werke begutachtet, diskutiert, kritisiert, erläutert der Vorsitzende Wilhelm Vaut. Ein Austausch, der sich lohnt, wie die hohe Qualität der Ausstellung beweist.
  • Eröffnung Donnerstag (18.2.) um 18 Uhr, Haus der Niederlande, Alter Steinweg 6/7, bis 16. März, Mo bis Fr 12 - 18 Uhr, Sa/So 10 - 16 Uhr, Eintritt frei.


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