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Medienhaus Lensing
07.09.2010 18:14 Uhr
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Theaterpremiere über Schizophrenie: Lebe ich in einem Bus?

MÜNSTER. Im Bus auf der Flucht vor der eigenen Mutter, die schon den Vater und die Katze umgebracht hat: Das ist das schreckliche Schicksal von Wichard. Ab Mittwoch (8. September) flüchtet das Theaterpublikum mit ihm. Das Stück „Der Junge im Bus“ von Suzanne von Lohuizen feiert beim Festival „Spurwexel“ Premiere.Von Manuel Jennen

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Im Bus wird Wichard (Falk Feldhoff) von dunklen Visionen verfolgt. (Foto: Peter Leßmann)

Das Drama spielt tatsächlich in einem Bus der Stadtwerke. Start ist um 20 Uhr am Hindenburgplatz, dann geht die Fahrt zehn Minuten lang zu einem geheimen Ort – Wichards Lieblingsort. Die letzte Szene spielt wieder auf dem Hindenburgplatz.

Proben auf dem Parkplatz

Regisseur Alban Renz vom Jungen Theater Cactus hat mit seinen Schauspielern wochenlang auf dem Parkplatz der Stadtwerke an der Loddenheide geprobt. Und die heikle Psychologie des Stückes in die richtige Balance gebracht. Denn was mit Wichard wirklich los ist, müssen die Zuschauer selbst herausfinden. Leidet er unter Schizophrenie oder wird er wirklich bedroht? Lebt er überhaupt in einem Bus oder ist das ein Hirngespinst? Sind seine Mitreisenden real?

„Die Autorin versucht erst gar nicht, eine Grenze zwischen der vermeintlich normalen und der schizophrenen Welt zu ziehen“, sagt Alban Renz. „Sie lässt sich ganz auf die Gedankenwelt des Jungen ein.“ Das Publikum muss sich im Bus mit seinen 31 Sitzen auf hautnahes, interaktives Theater gefasst macht: „Die bekommen auch einen Keks angeboten, wenn sie möchten“, verspricht Renz.

Restkarten an der Abendkasse

Die Karten des Vorverkaufs sind alle weg, aber für jede Aufführung gibt es ab 19 Uhr an der Abendkasse noch sechs Plätze zu ergattern (8, ermäßigt 5 Euro). Vorstellungen sind am 8., 10., 11. und 12. September. Am Samstag (11.9.) übersetzt ein Gebärdendolmetscher das Stück: ein Service, den die Cactus-Leute bei jeder Inszenierung des Festivals anbieten. Denn „Spurwexel“ soll Theater in jeden Winkel der Stadt tragen und niemanden ausgrenzen.


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