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Medienhaus Lensing
19.10.2009 19:20 Uhr
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Theater-Premiere Törless: Mobbing-Abtraum im Edel-Internat

MÜNSTER Regisseur Alexander Schilling ist aus Leipzig nach Münster gekommen und inszeniert hier zum ersten Mal am Stadttheater - "Die Verwirrungen des Zöglings Törless". Von Manuel Jennen

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Bernhard Glose (l.) als Törless und Tim Mackenbrock als Mobbing-Opfer Basini. (Foto: Hörnschemeyer)

Er hat in der Domstadt eine seltsame Erfahrung gemacht: „Tagsüber ist Münster so höflich und gesittet. Aber abends ab zehn Uhr rauschen wüst schreiende Menschen durch die Straßen.“ Das sind Studenten auf Kneipentour, und sie „haben ganz offensichtlich Aggressionen, auch wenn sie die auf eine harmlose Weise rauslassen“.

In dem Theaterstück, das Schilling ab Mittwoch (21. Oktober, 19.30 Uhr) im Kleinen Haus zeigt, läuft diese Entgrenzung nicht harmlos ab. „Die Verwirrungen des Zöglings Törless“ nach dem Roman von Robert Musil von 1906 zeigt eine Mobbing-Katastrophe.

Sexuell erniedrigt
 
Internatsschüler finden Gefallen daran, einen Kameraden zu erpressen, immer weiter zu demütigen und sexuell zu erniedrigen. In Münster wird das Stück als Jugendtheater ab 16 Jahren gezeigt.

Mobbing und Jugendgewalt sind heute vielleicht noch größere Themen als vor 100 Jahren. Schilling verlegt den Stoff denn auch in die Jetztzeit, hat sogar einen der bösen Jungs durch eine Frau ausgetauscht – um die Palette der sexuellen Verwirrungen zu vergrößern und klarzumachen, dass auch Mädchen immer rabiater auftreten.

Doch sieht der Regisseur in Musils edler Sprache auch „ein Gegengift gegen den anbiedernden Jugendslang“ und begreift die Handlung nicht nur tagesaktuell, sondern als Parabel, mit der man etwa die Entfaltung des Nationalsozialismus veranschaulichen könne. Ein gefährliches Spiel mit Münsters jungen Bühnenstars Tim Mackenbrock, Ilja Harjes und Carolin M. Wirth in den Hauptrollen.
 
  • Karten: Tel. (02 51) 59 09-100.
 
www.stadttheater.muenster.de


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