Medienhaus Lensing
25.02.2013 11:06 Uhr
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Probleme auf Baustelle: Landesmuseum wird erst im Herbst 2014 eröffnet

MÜNSTER Die erste öffentliche Besichtigung des Museums-Neubaus wird verschoben: Das neue LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster ist voraussichtlich erst Ende August zur Langen Nacht der Museen für Besucher zu besichtigen. Auch der Eröffnungstermin im kommenden Jahr muss vom Frühjahr auf den Herbst 2014 verschoben werden.Von Sabine Müller

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Der Putz haftet nicht richtig in der großen Halle des Museum-Neubaus. Das Gerüst musste wieder aufgebaut werden. Das Problem verzögert die Eröffnung. (Foto: Jean-Marie Tronquet)

Das Landesmuseum am Domplatz reiht sich bei den Dauerbaustellen Elbphilharmonie und Berliner Flughafen ein. Die Eröffnung verschiebt sich auf den Herbst 2014.

Probleme mit dem Wandputz

Das teilte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der das Museum für 49,2 Millionen Euro baut, am Montag mit. Von „unerwarteten Problemen mit dem Wandputz“ in der neuen Eingangshalle spricht LWL-Baudezernentin Judith Pirscher.

Ende Januar hätten sich hier zunächst kleine Haarrisse aufgetan, die sich binnen weniger Tage zu spinnwebenartigen Rissen vergrößert hätten. „Nähere Untersuchungen haben ergeben, dass sich der Putz aufgrund innerer Spannungen großflächig von der tragenden Betonunterkonstruktion gelöst hatte“, so Pirscher. Das Risiko, dass der Putz von den Wänden fällt, sei zu groß gewesen.

Entfernt und neu aufgetragen

An den beiden Längsseiten der Halle sowie auf der Stirnseite zum Domplatz wurde der Putz daher entfernt und wird neu aufgetragen. Damit verlängern sich die Trocknungszeiten entsprechend. Und die sind ohnehin länger als normal, weil ein sehr dicker, aufwändiger Putz in mehreren Schichten bis zu 50 Millimeter dick aufgetragen wurde. Der technische Leiter Michael Dauskardt hatte im vergangenen Sommer von „höchster Oberflächenqualität“ gesprochen und versichert, der Eröffnungstermin stehe „felsenfest“.

Schuld an dem Mangel seien „Materialunverträglichkeiten, die von den beauftragten Firmen im Vorfeld wohl nicht erkannt wurden“, erklärt LWL-Sprecher Karl Donath auf Nachfrage unserer Zeitung. Wie teuer die Nachbesserungen werden, sei unklar.

Mittlerer fünfstelliger Betrag

Man rechne mit einem mittleren fünfstelligen Betrag. Wer den übernimmt, sei ebenfalls offen, so Donath. „Wir gehen davon aus, dass das im Rahmen der Gewährleistung der Firmen liegt.“

Verlängert hatten sich die Bauzeiten bereits aus anderen Gründen. Dem Abriss im Mai 2009 folgte ein langer, harter Winter, dann fand man asbestverseuchtes Material, das aufwändig entsorgt werden musste. Zudem lähmten zwei Vergabebeschwerden zur Ausschreibung des so genannten Wärmedämm-Verbundsystems die Arbeiten.

Klager zweier Firmen

Zwei Firmen, die nicht zum Zuge gekommen waren, hatten geklagt, erklärt Donath. Beide Beschwerden habe das Gericht zwar abgewiesen, doch bis zur Entscheidung durfte nicht an der Wärmedämmung der Außenfassade weitergearbeitet werden.

Sobald der neue Putz trocken ist, braucht es sechs Monate, um das Klima in den Räumen für die empfindlichen Kunstwerke einzuregeln. Schon Ende März sollte das Museum für zehn Tage geöffnet werden, um der Öffentlichkeit Räume und Architektur vorzustellen. Doch auch dieser Besichtigungstermin sei nicht mehr zu halten, so Pirscher.

Besichtigung Ende August

Das Haus soll nun Ende August zur Langen Nacht der Museen für Besucher zu besichtigen sein. Im Herbst 2014 ist die Eröffnung geplant. Die erste Sonderausstellung über die „School of London“ verschiebt sich auf November 2014. Kosten verursache die Ausstellungsverschiebung allerdings nicht, hieß es.
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