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Medienhaus Lensing
19.03.2010 19:03 Uhr
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Theaterfestival "Statements": Pumpenhaus feiert mit Weltstars 25. Geburtstag

MÜNSTER Ludger Schnieder, Leiter des Theaters im Pumpenhaus, will ganz groß feiern. Zum 25-jährigen Bestehen seines Hauses kündigt er „das größte Theater- und Tanzfestival in der Geschichte Münsters“ an.Von Manuel Jennen

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Die Rock-Oper »Tomorrow, in a year« am 5. Juni ist einer der Höhepunkte des Programms. (Foto: Thyrrestrup)

Das Pumpenhaus ist Münsters Spielstätte für spannende Inszenierungen der heimischen freien Theaterszene, aber auch für hochkarätige, oft experimentelle und provozierende Tanz- und Theatergastspiele aus aller Welt. Das wird sich im Geburtstagsfestival „Statements“ widerspiegeln.

„Unsere Spanne reicht vom ,Eingeborenen‘ bis zu Gästen aus Tokio“, sagt Ludger Schnieder. 50 Produktionen in 70 Aufführungen werden vom 17. April bis zum 13. Juni zu sehen sein. Präsentiert werden die „Statements“ von unserer Zeitung, das Festival ist Teil des Kulturhauptstadt-Programms „Kulturgebiet Münster 2010“.

„Alle im Kulturbereich reden von Krise: Firmenkrise, darstellerische Krise, Intendantenkrise. Wir tun das nicht“, sagt Schnieder. „Es gibt im Kulturbereich sehr, sehr gute Produkte. Bei uns gibt es keine 3+ zu sehen, die Latte liegt höher. Diese Aufführungen müssen nur kommuniziert werden.“

Filmprominenz

Spricht’s und beginnt, von den Stars des Festivals zu schwärmen. Von Schauspielerin Ursina Ladi, die gerade groß mit dem Spielfilm „Das weiße Band“ von Michael Haneke herausgekommen ist und am 17. April gemeinsam mit Devid Striesow und dem Berliner Theater T1 gastiert.

Von Josef Ostendorf, der eigens für seinen Abend in Münster am 18. April vom Hamburger Thalia-Theater freigegeben wird.

Von Kirsten Dehlholm, die mit ihrem dänischen Ensemble „Hotel Pro Forma“ die Rockoper „Tomorrow, in a year“ aufführt und als Zwillingsschwester von Star-Regisseur Robert Wilson gehandelt werde.

Ältere und junge Künstler

Ein Leitthema hat das Festival nicht, aber einige Schwerpunkte. Zum Beispiel Körperlichkeit und Vergänglichkeit: „Wir haben sehr viele Tänzer über 50 Jahre auf der Bühne“, sagt Schnieder. Aber eben auch ganz junge Leute: „Bei der Hip Hop Academy aus Hamburg haben vielleicht schon einige Mitglieder Haare unter den Armen, sind aber trotzdem unter 18“, scherzt der Pumpenhaus-Chef.

Das Pumpenhaus allein könnte diese Fülle an Künstlern gar nicht aufnehmen. Deshalb gibt es Aufführungen überall in der Stadt. Gleich zur Eröffnung am 17. April lockt in aller Herrgottsfrühe ein „Birdwatcher Breakfast“ die Vogelfreunde zum Frühstück in die Rieselfelder. Aus gutem Grund: Als das Pumpenhaus-Theater noch ein echtes Pumpenhaus war, wurde von dort Münsters Abwasser sechs Kilometer weit in die Rieselfelder geleitet.

Kulturelle Strip-Show

Weitere Spielorte sind die städtische Ausstellungshalle am Hafen, das Stadttheater – und selbst Privatwohnungen, in denen Beatrice Fleischlin aus Zürich ihre provokante Striptease-Show „My ten favorite ways to undress“ aufführt. Das wird bestimmt eine 1+.
  • Das komplette Programm der „Statements“ mit Informationen zu den Stücken und vielen Fotografien finden Sie am Samstag (20.3.)  in der Festival-Beilage „Statements“ in unserer Zeitung. Das Programm ist auch im Internet über den nebenstehenden Link zu finden.
  • Der Vorverkauf für sämtliche Veranstaltungen vom 17. April bis 13. Juni hat im Pumpenhaus begonnen: Gartenstraße 123, Telefon (02 51) 23 34 43.
  • Der Eintritt für die meisten Tanzgastspiele beträgt 15 (ermäßigt 10) Euro. Einige Veranstaltungen wie das Auftakt-Frühstück mit Vogelstimmen-Wanderung am 17. April (Samstag) um 6.30 Uhr sind frei.
  • Wer mehrere Aufführungen besuchen möchte, sollte den Kauf einer Pumpenhaus-Karte erwägen. Für 119 Euro (ermäßigt: 89, Jugendliche 59 Euro) hat man ein Jahr lang freien Eintritt im Pumpenhaus, auch bei „Statements“ (Ausnahmen: die Aufführungen von RedArt, Rosas und Hotel Pro Forma).


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