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Medienhaus Lensing
13.08.2010 16:53 Uhr
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Ausstellung: Rote Lippen soll man küssen: Pamela Tait in der FB 69

MÜNSTER Das Galeriehaus an der Hüfferstraße 18 zeigt derzeit drei Ausstellungen auf drei Etagen. In der Galerie FB 69 sind die poppigen Buntstiftzeichnungen der Schottin Pamela Tait zu sehen.Von Sabine Müller

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Die Galerie FB 69 zeigt Buntstiftzeichnungen von Pamela Tait. (Foto: Sabine Müller)

So etwas erfreut den Galeristen: Noch bevor eine Ausstellung eröffnet wird, klingelt bereits unablässig das Telefon und die Kunden reißen sich um die Kunstwerke. So geschehen bei der aktuellen Schau von Pamela Tait in der Galerie FB 69. Taits poppige Buntstift-Frauen mit üppiger Haarpracht sind der Hit.

Fotostrecke Ausstellung Pamela Tait

Galerist Kolja Steinrötter hatte schon vor der Eröffnung gestern Abend den ein oder anderen roten Punkt an die Bilder geklebt: verkauft. Was die Schottin mit dem Malutensil, das man vorwiegend in den Händen von Grundschülern sieht, alles anstellt, ist von exquisiter Qualität. Die Ausstellung „Better On Lips Than On Paper“, zu deutsch: Besser auf den Lippen als auf dem Papier, zeigt starke, aufreizende Frauen in Posen, als ob sie mit einer Kamera flirten würden.

Knallig geschminkte Gesichter

Selbstbewusst schauen sie, manche haben lasziv den Mund geöffnet, manche Lippen sind zum Kuss gespitzt, mal kindlich-scheu, oft arrogant. Sie sind knallig geschminkt mit aufwändigem Augen-Make-up und vollen, roten Lippen. Es gibt Frauen mit quietschend roten, pinken oder türkisfarbenen Haaren. In den Haaren oder über den Haaren verläuft meist eine Textzeile. „Ich bin ein wirklich schmutziges Mädchen“, „Komm her“, „Bleib ein Weilchen“, „Nie sah ich die Sterne so hell“.

Die Künstlerin ließ sich bei den Porträts von Musik und Zeitschriften leiten. Beim Blättern in Magazinen suchte sie nach spannenden Gesichtern. „Ich schaute, welche Textzeile aus einem Song welcher Frau am besten stehen könnte – welcher Text zu der Idee der Frau am besten passt“, erzählt sie.

Geheimnisvolle Erotik

Es sind die leuchtenden Farben, die Taits Bilder so besondern machen, es ist die intensive Ausstrahlung der Frauen, die Tait ihnen verliehen hat, die geheimnisvolle Erotik vermischt mit den offen sexuellen Anspielungen der Textzeilen. Die Frauen wirken wie Werbe-Ikonen für die Weiblichkeit an sich, stolz und glücklich. Pop-Art zum Verlieben.

„Pamela Tait ist eine Entdeckung“, sagt Galerist Kolja Steinrötter. Im Internet hat er sie ausfindig gemacht und sofort eingeladen. Es ist die erste Ausstellung der Schottin in Deutschland. Die 36-Jährige wurde in Aberdeen geboren und studierte dort Kunst in der Grays School of Art. Derzeit lebt sie mit ihrem Mann auf der Halbinsel Black Isle in den schottischen Highlands. Sie wird nicht das letzte Mal hier ausgestellt haben. Weil wahrscheinlich nicht jeder, der ein Bild haben will, auch eins abbekommt.


ZUR SACHE
  • In der ersten Etage in der dst.galerie zeigt Martina Essig ihre Arbeiten. Zu sehen sind sehr konzentrierte, zurückgenommene Bilder auf Papier. Unter dem Dach in der Galerie Lindner stellt Oliver Schmidt eine Auswahl seiner Fotografien aus: "Selected ambient works".
  • Die Eröffnung ist am Freitag (13. August) um 19 Uhr. Geöffnet ist das Galeriehaus Di bis Sa 11-18 Uhr.
  • Die Ausstellungen bei dst und Lindner sind bis zum 2. Oktober zu sehen, die Ausstellung in der FB 69 läuft bis zum 9.Oktober.
  • Alle Arbeiten stehen zum Verkauf.
     


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