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Medienhaus Lensing
13.04.2010 20:03 Uhr
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Kunst am Hawerkamp: Weiße Halle wird enthüllt

MÜNSTER Sputnikhalle, Triptychon, Fusion: In den Hallen des Hawerkamps tobt abends die Party. Jetzt kommt noch eine Halle hinzu: eine Ausstellungshalle für moderne Kunst. Aber wer weiß, vielleicht kann man auch dort tanzen.Von Manuel Jennen

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Gerwin Lohmeyer, Kiki Schöpper und Johannes Monse (v. l.) bitten alle Kunstfreunde in die Hawerkamp-Halle (Foto: Manuel Jennen)

Der Hawerkamp war schon immer auch ein Kunststandort. Jetzt haben die Künstler in den Ateliers der wildromantischen Industrie-Brache ihre erstaunlichste Leistung vollbracht. Ausgestattet mit nur 50 000 Euro Startkapital von der Stadt haben sie eine alte Lagerhalle in einen lichten, weißen, eleganten Ausstellungsraum verwandelt. Am Sonntag ist Eröffnung mit zwei legendären Professoren der Kunstakademie Münster: Timm Ulrichs und Udo Scheel.

Am Dienstag stellten Gerwin Lohmeyer, Kiki Schöpper und Johannes Monse aus dem Vorstand des Vereins „Erhaltet den Hawerkamp“ die Halle vor. Zwei Jahre haben sie und ihre Mitstreiter an dem Projekt gearbeitet, 225 Quadratmeter Ausstellungsfläche und einen schicken rot gefliesten Studioraum im ersten Stock geschaffen.

So bunt und chaotisch der Graffiti-besprühte Hawerkamp draußen aussieht, so schlicht und professionell wirkt die White-Cube-Optik im Inneren der Halle. Große Fenster und Oberlichter lassen viel Tageslicht herein. Wer noch mehr Sonne will, kann seine Werke auch im Garten hinter dem Gebäude ausstellen.

Viel Konkurrenz

Nun hat Münster bereits eine städtische Ausstellungshalle am Hafen und weitere moderne Kunsträume an der Fresnostraße und im Wewerka-Pavillon. Was also soll am Hawerkamp passieren, wie will man Publikum anlocken?

Sowohl Gäste als auch Hawerkamp-Künstler sollen sich in der Halle präsentieren, erklärt Gerwin Lohmeyer. Vier Ausstellungen sind 2010 geplant. Nach Timm Ulrichs und Udo Scheel zeigen etwa die Münsteraner Klaus Geigle und Dirk Sandbaumhüter ein spannendes Rendezvous von Malerei und Graffiti.

Kuratorin aus Coesfeld

Die Halle hat mit Jutta Meyer zu Riemsloh vom Kunstverein Coesfeld zwar eine Kuratorin, aber so gut wie kein Budget. Ulrichs und Scheel stellen ihre Werke zur Eröffnung kostenlos zur Verfügung und bezahlen sogar den Transport selbst. Die Organisatoren hoffen, dass es so weitergeht: „Das wird sich mit der Zeit entwickeln“, sagt Johannes Monse.

Die Initiatoren hoffen auch, dass die Halle die gesamte Entwicklung am Hawerkamp beflügelt, dass eine lebendige Szene mit Werkstätten, Theateraufführungen und Konzerten entsteht. Schauspiel und Musik könnten in der Halle tatsächlich eine spannende Stätte finden – „Kontakte zum Theater Sycorax gibt es schon“, sagt Kiki Schöpper. Auch eine Zusammenarbeit mit den Diskos in der Nachbarschaft und Öffnungszeiten am späten Abend seien möglich.

Politisches Signal

Letztlich ist die Halle aber auch ein politisches Signal: Der Nutzungsvertrag der Hawerkamp-Künstler für das Gelände läuft 2015 aus, sie würden ihn gern vorzeitig um 20 Jahre verlängern. Schöpper, Lohmeyer und Monse haben indes keine Bedenken mehr, dass die Stadt ihren Wunsch am Ende erfüllt. Oberbürgermeister Markus Lewe sei ein Freund ihrer Kunst und Kulturamtsleiterin Frauke Schnell spricht am Sonntag zur Eröffnung. Bei so viel Sympathie wartet eine lange Zukunft auf die Ausstellungshalle.
  • Eröffnung am Sonntag (18. April) um 17 Uhr mit der Ausstellung „Timm und Udo, diese beiden …“. Timm Ulrichs zeigt Installationen aus Tischen und Ventilator-Stühlen, Udo Scheel stellt Bilder aus.
  • Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten während der ersten Ausstellung: Do bis Sa 14 - 18 Uhr, So 11 - 18 Uhr. Im Winter bleibt die Ausstellungshalle geschlossen.
  • Adresse: Am Hawerkamp 31, Gebäude B, 48155 Münster.


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