Konzert in Münster: Status Quo lassen das Herz des Rock schlagen
MÜNSTER Die Legende ist zurückgekehrt: Status Quo rockten am Dienstagabend die Halle Münsterland. Nicht vor allzu vielen Fans, aber mit ganz viel Energie.
Artikel aus diesem Ressort
Eine über die gesamte Bühnenbreite verlaufende Batterie weiß getünchter Marshall-Verstärker und Marshall-Boxen ließ keinen Zweifel aufkommen: Was jetzt zählen sollte, waren Adrenalin und Nostalgie.
Von wegen sittsam
Die rasante Rückschau von Hardrock-Arbeitern der ersten Stunde. Knallharte Hits, die noch heute jede sittsame Stuhlkreis-Feier in eine hemmungslosen Party verwandeln. Rund 900 Fans wollten sich das erwartete Rock-Spektakel nicht entgehen lassen.
Das brach herein wie ein Donnerwetter, so als hätte Thor persönlich den Vorschlaghammer herausgeholt: „Roll Over Lay Down“ gab die Marschrichtung vor, der „The Wanderer“ folgen sollte: mit heftigem Bass-Gebräu von John „Rhino“ Edwards, der stampfenden Pauken-Arbeit von Matt Letley und ein paar Keyboard-Füllern von Andrew Bown.
Keine zarten Seiten
Währenddessen bretterten Rossi und Parfitt, was ihre hartgesottenen Sechssaiter hergaben. Rücksichtnahme sind ihre Instrumente nicht gewohnt. Selbst wenn manche Einleitung sie suggerierte. So begann „Down Down“, als wollten Rossi und Parfitt auch mal ihre zarte Seite herauskehren. Ein listiges Täuschungsmanöver. Nach wenigen Takten reckten sich wieder die Arme der Zuschauer in die Höhe, standen Headbanger voll unter Strom, wurden ungezählte Luftgitarren gezückt. „Whatever You Want“, versprach die Band.
Die Fans bekamen alles und gaben viel zurück: Textsicherheit ist Trumpf bei einem Quo-Konzert. Bei der von Tom Fogerty komponierten Hymne „Rocking All Over The World“ gehört allerdings nicht all zu viel dazu.
Zugaben aus der Schatztruhe
Nach anderthalb Stunden griff die Band für den Zugabenteil noch einmal tief in die Schatztruhe: Heraus kamen „Rock and Roll Music“ und „Bye bye Johnny“ von Chuck Berry. Interpretiert wie vor 50 Jahren. Wie Rock immer sein wollte: sehr laut, sehr wild, sehr einfach. Und aktuell wie eh und jäh. So etwas nennt man wohl „status quo“.












