Inszenierung zum Jahrestag: Was Michael Jackson und die Wiedertäufer gemeinsam haben
MÜNSTER Michael Jackson trifft auf Jan van Leiden. Der König des Pop auf den einstigen Wiedertäufer-König von Münster. Weit hergeholt? Michael Rickert hat einen Weg gefunden. Er setzte am Freitag in Münster 160 Schüler ein, um den Gedankengang schlüssig zu machen.
(Foto: Dirk Jaehner)
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Fotostrecke Inszenierung zum Wiedertäufer-Jahrestag
Michael Rickert, Kunstlehrer am Kardinal-von-Galen-Gymnasium, hat sich diesen Aufprall der Kulturen und Zeiten ausgedacht. Genau vor einem Jahr starb Michael Jackson, genau vor 475 Jahren wurde die Schreckensherrschaft der Wiedertäufer in Münster durch ein Blutbad beendet. Rickert führte beide Anlässe in einer großformatigen Performance zusammen.Michael Jackson ist die Rahmenhandlung
Michael Jackson liefert so etwas wie eine Rahmenhandlung, die von der Frage „Wer ist der einzig wahre König?“ ausgeht. Tarek Naboulsi aus Ahaus sieht fast aus wie der König des Pop und beherrscht den Moonwalk fast perfekt. Zur Musik von „Beat it!“ schwebt er über die Bühne, auf der zuvor noch ein Posaunenchor mit einer Renaissance-Intrada Großes angekündigt hat.
Die Musik überbrückt die Kluft zwischen den Zeiten
Was den Spielszenen schwer gelingt, schafft die Musik: die Kluft zwischen den Zeiten zu überbrücken. Münsters einzig wahre Diva Sigrid Schnegelsiepen-Sengül zelebriert zwei Arien aus Giacomo Meyerbeers Wiedertäufer-Oper „Der Prophet“, der Posaunenchor spielt Choräle, Michael Jackson steuert noch „Heal the world“ bei.
Der König des Pop starb durch eine Überdosis Medikamente, der König von Münster durch Folter. Beide waren Könige flüchtiger Reiche, beide scheiterten an der Unerreichbarkeit ihrer hehren Ziele. Rickert legte Michael Jackson den passenden Satz in den Mund: „Ich war nicht der König, der ich sein wollte, ich war König Einsam.“ Da hat eigentlich nur noch Randy Newmans zynisches „It’s lonely at the top“ gefehlt.














