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Medienhaus Lensing
28.07.2010 17:40 Uhr
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"Ensemble Unterwegs": Musen ohne Geld im Grünen

MÜNSTER. Mozart schrieb eine wunderschöne Arie über die Unruhe der Musiker: „Von Anbeginn war stetes Wandern der Musen und der Künstler Los. Mir geht es so wie allen Andern, fort aus des Vaterlandes Schoß seh’ ich mich von dem Schicksal leiten!“Von Manuel Jennen

Ganz so drastisch wie in Mozarts Konzertarie „Nehmt meinen Dank, ihr holden Gönner“ ist das Fernweh bei den vier jungen Damen vom „Ensemble Unterwegs“ nicht. Sie bleiben in „des Vaterlandes Schoß“, wandern aber zu Fuß von Münster aus durch die Kreise Coesfeld und Steinfurt. Ohne Geld, ohne EC-Karte, ohne Hotelreservierung.

Am Brunnen vor dem Tore

Ab dem 1. August leben Eva Hennevogl, Friederike Holzapfel, Anna Reitmeier und Barbara Schachtner eine Woche lang nur von dem, was ihre Musik ihnen einbringt. Drei Streicherinnen und eine Sopranistin spielen Volkslieder wie „Am Brunnen vor dem Tore“, aber auch Klassik.

Außerhalb der Ferien sind die Vier Berufsmusikerinnen. Friederike Holzapfel, Bratscherin aus Münster, hat gerade in Saarbrücken ihr Diplom bestanden und spielt zurzeit bei den Duisburger Philharmonikern. Was treibt sie aus der Welt der Oper auf Marktplätze in der Provinz? Es sind die Begegnungen mit den Menschen: „Wenn wir unterwegs gespielt haben, etwa in einem Restaurant, merkt man, wie den Hörern die Herzen aufgehen.“

Mallorca kann warten

Doch auch den Musikerinnen wird es in der Natur warm ums Herz: „Es ist so toll, wenn man an einem schönen Baum oder auf einem Steg einfach anhalten und zusammen proben kann“, sagt Friederike Holzapfel. Hat sie nicht in den Ferien Lust, ihre Bratsche mal in die Ecke zu stellen und Party auf Mallorca zu machen? „Manchmal schon“, sagt sie, „aber von unseren Touren hat man so viel mehr. Man sieht, mit wie wenig man glücklich sein kann. Man trennt sich mal eine Zeit lang von allem.“

Es ist nicht die erste Wanderschaft des „Ensembles Unterwegs“: Im vergangenen Jahr haben sie bereits in Bayern gespielt und hatten großen Erfolg. Geld, Essen, Übernachtung – alles überhaupt kein Problem. Offenbar hat auch unsere schnelllebige Internet-Zeit noch ein Herz für Straßenmusikanten und fahrendes Volk. Vielleicht, weil sie unsere romantischen Sehnsüchte verkörpern.

Start in Münster

Wer den vier Musikerinnen auf ihrem Weg begegnen will, braucht Glück. Aber ein paar Eckpunkte stehen schon fest: Am Sonntagnachmittag (1.8.) spielt das Quartett in Münsters Fußgängerzone, am Dienstag (3.8.) um 14 Uhr auf Burg Hülshoff und zum Abschluss am Samstag (7.8.) um 19 Uhr am Bispinghof in Nordwalde. Genug Gelegenheit, den Musen Ohr, Herz und einen Cappuccino zu schenken.

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